Zahl der Sozialhilfefälle in Schweizer Städten gestiegen

In den Schweizer Städten ist die Zahl der Sozialhilfefälle im letzten Jahr mit 5,2 Prozent überdurchschnittlich angestiegen. Dies zeigt ein Bericht der Berner Fachhochschule und der Städteinitiative Sozialpolitik. Ein Armutsrisiko stellen besonders Kinder dar.
07.11.2017 09:45

Familienhaushalte haben in allen 14 untersuchten Städten das höhere Sozialhilferisiko als kinderlose Haushalte, wie die Städteinitiative Sozialpolitik in ihrer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Das Armutsrisiko erhöhe sich dabei wesentlich für Alleinerziehende und sei "extrem" hoch bei der kleinen Gruppe der jungen alleinerziehenden Mütter unter 25 Jahren.

Bei letzterer seien über 80 Prozent auf Sozialhilfe angewiesen. Damit hätten Haushalte, unabhängig vom wirtschaftlichen Umfeld der Stadt, praktisch keine Chance, ohne Sozialhilfe über die Runden zu kommen, heisst es im Kennzahlenbericht Sozialhilfe.

Insgesamt ist die Zahl der Sozialhilfefälle im Schnitt der 14 Städte um 5,2 Prozent gestiegen - gegenüber der langjährigen Zunahme von unter 3 Prozent. Ebenso gestiegen ist das Sozialhilferisiko der ausländischen Bevölkerung. Laut der Städteinitiative werden zunehmend Personen aus aussereuropäischen Ländern unterstützt.

Die höchste Quote der 14 untersuchten Städte weist Biel mit 11,8 Prozent auf, gefolgt von Lausanne mit 8,8 Prozent und Basel mit 6,7 Prozent. Am tiefsten ist die Sozialhilfequote in Uster ZH (1,6 Prozent) und Zug (1,7 Prozent.)

(AWP)