Zehn Länder einigen sich auf Fischfang-Moratorium für die Arktis

Die arktischen Länder und grosse Fischerei-Nationen haben sich auf ein Fischfang-Moratorium für die Arktis geeinigt. Kommerzieller Fischfang solle dort erst stattfinden, wenn die Region ausreichend erforscht sei, verkündeten die Unterzeichnerstaaten am Freitag. Zu den Unterzeichnern gehören auch die EU und Dänemark mit Grönland und den Färöer Inseln.
02.12.2017 15:24

Die Beteiligten wollen erst herausfinden, wie und ob der Fischfang im Arktischen Meer überhaupt mit dortigen Ökosystemen vereinbar sei, hiess es.

In der Arktis ist die Erderwärmung fast doppelt so hoch wie im weltweiten Durchschnitt. Das führt etwa zu Änderungen der Grösse und Verbreitung der Fischbestände in der Region. Mittel- bis langfristig könnte der kommerzielle Fischfang in der eisigen Region daher weitaus attraktiver werden.

EU-Fischereikommissar Karmenu Vella nannte das rechtsverbindliche Abkommen "historisch". "Es wird eine bedeutende Lücke in der internationalen Meerespolitik schliessen", erklärte er. Ausserdem werde es anfällige Meeres-Ökosysteme für künftige Generationen schützen.

Der kanadische Fischereiminister Dominic Leblanc sprach von dem "ersten internationalen Abkommen dieses Ausmasses", bevor kommerzieller Fischfang überhaupt stattfindet. Die Länder wollten "angemessene Schutz- und Verwaltungsmassnahmen" etablieren, bevor sie überhaupt dort fischten, erklärte Leblanc.

Die zehn Parteien müssen das Abkommen noch ratifizieren. Unterzeichnet wurde es von Kanada, der EU, China, Dänemark, Island, Japan, Südkorea, Norwegen, Russland und den USA.

Die Umweltorganisation Greenpeace lobte das Moratorium: Es solle mindestens 16 Jahre lang gelten und eine Fläche von 2,8 Millionen Quadratkilometern abdecken.

(AWP)