Zentralschweizer Kantone bei Unternehmenssteuern europaweit "gut positioniert"

Trotz des Scheiterns der Unternehmenssteuerreform III (USR III) ist die Schweiz für Unternehmen nach wie vor steuerlich sehr attraktiv. Insbesondere die Zentralschweizer Kantone sind auch im europäischen Vergleich laut dem Beratungsunternehmen KPMG weiterhin "gut positioniert".
06.04.2017 11:53

Im Allgemeinen haben sich sowohl die Unternehmens- als auch die Individualsteuersätze im vergangenen Jahr nur wenig bewegt. Nach geringfügig sinkenden Unternehmenssteuersätzen 2016 ist für 2017 gemäss dem am Donnerstag publizierten "Swiss Tax Report 2017" von KPMG demnach wieder ein "Trend zur Stagnation" zu erwarten, sagt Stefan Kuhn, Leiter Unternehmenssteuern bei KPMG, anlässlich einer Medienkonferenz.

SINKENDE STEUERN SEIT 10 JAHREN

Im nationalen Vergleich haben zudem weiterhin die Zentralschweizer Kantone die Nase vorn, da die Mehrheit der Kantone im letzten Jahr bei den ordentlichen Gewinnsteuersätzen keine Änderungen vornahmen. Ausser einer leichten Erhöhung im Kanton Luzern auf 12,43% von 12,32% blieb die Steuerbelastung in den meisten Kantonen gleich oder sank sogar geringfügig. Im Zuge einer neuen Vorlage nach dem Scheitern der USR III sei aber mit einer Abnahme der Steuerbelastung insbesondere in den Hochsteuerkantonen zu rechnen, hiess es.

Über die letzten 10 Jahre gesehen seien die Gewinnsteuersätze schweizweit um rund 3% gesunken, so Kuhn weiter. Dieser Trend sei auch International feststellbar. Neben teils massiven Steuersenkungen im Nahen Osten im letzten Jahrzehnt seien es in Europa aktuell vor allem Ungarn, Italien und Grossbritannien diejenigen Länder, welche die Gewinnsteuern entweder bereits gesenkt oder dies zumindest angekündigt haben. Im Falle Ungarns wurde der Steuersatz auf 9% von 16% gesenkt bzw. auf 24% von 31,4% in Italien. Grossbritannien will den Satz im Zuge des Brexit auf 17% drücken. Grösster Konkurrent bleibe im EU-Raum aber weiterhin Irland mit 12,5%.

INTERNATIONAL IM VORDEREN DRITTEL

Die Schweiz bleibe im internationalen Steuerwettbewerb laut Kuhn aber auch nach dem aktuell noch geltenden Steuerregime im vorderen Drittel. Bei den Unternehmenssteuern liegen die steuergünstigsten Kantone zwar hinter den Kanalinseln und einigen ost- und südosteuropäischen Ländern zurück. Die härteste Konkurrenz im internationalen Vergleich bleiben aber auch unter der Berücksichtigung weiterer Standortmerkmale die beiden Finanzplätze Hongkong und Singapur, resümiert Kuhn.

sta/cp

(AWP)