Zins-Sitzung - EZB tastet sich nur langsam vor in Richtung Kurswende

Die EZB könnte heute auf der Zinssitzung ihre Politik der Trippel-Schritte hin zu einer weniger expansiven Ausrichtung fortsetzen.
06.09.2017 23:15
EZB-Präsident Mario Draghi.
EZB-Präsident Mario Draghi.
Bild: Bloomberg

Die meisten Volkswirte erwarten zwar von den Ratsmitgliedern der Notenbank keine Beschlüsse über eine Eindämmung der Geldflut. EZB-Präsident Mario Draghi könnte den Finanzmärkten aber Hinweise auf eine bevorstehende Entscheidung geben. Denn das vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihen-Kaufprogramm läuft Ende Dezember aus. Somit bleibt nicht viel Zeit, die Anleger darauf vorzubereiten, wie es mit den Transaktionen weitergehen soll.

An den Leitzinsen, die seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegen, dürften die Euro-Wächter nicht rütteln. In Deutschland stösst dies auf massive Kritik. So sagte Deutsche-Bank-Chef John Cryan erst am Mittwoch, die Zeit des billigen Geldes müsse enden. Ähnlich äusserte sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Draghi hatte zuletzt eine Diskussion über die Zukunft des inzwischen auf 2,28 Billionen Euro angelegten Wertpapier-Programms für den Herbst angekündigt. Zwar steuert die Euro-Zone auf das konjunkturell beste Jahr seit der Finanzkrise zu. Doch die Inflation liegt mit 1,5 Prozent noch ein gutes Stück von der EZB-Zielmarke von knapp unter zwei Prozent entfernt. Zudem macht die Aufwertung des Euro den Notenbankern Sorgen. Denn dadurch verteuern sich Produkte aus dem Euro-Raum auf dem Weltmarkt und werden so unattraktiver.

(Reuters)