Zinsentscheid Schweiz - SNB belässt Negativzins unverändert

Die Schweizerische Nationalbank verschärft die Geldpolitik nicht. Dies gibt SNB-Präsident Thomas Jordan anlässlich des vierteljährlichen geldpolitischen Entscheids bekannt. Der Franken bleibe deutlich überbewertet.
15.06.2017 10:05
Von Pascal Züger, Bern
Bauumzäunung an der Schweizerischen Nationalbank in Bern Mitte 2016.
Bauumzäunung an der Schweizerischen Nationalbank in Bern Mitte 2016.
Bild: cash

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält auch nach ihrer neusten geldpolitischen Lagebeurteilung an den Negativzinsen in bisheriger Höhe fest und ist weiterhin bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, um den Franken zu schwächen. Dabei werde die gesamte Währungssituation berücksichtigt. Die expansive Geldpolitik verfolge dabei das Ziel, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützen.

Sie belässt somit das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25 bis -0,25 Prozent und den Zins auf SNB-Sichteinlagen bei -0,75 Prozent. Der Negativzins und die Bereitschaft der SNB, am Devisenmarkt einzugreifen, dienten derweil dazu, Anlagen in Schweizer Franken weniger attraktiv zu machen und so den Druck auf den Franken zu verringern, heisst es. Insgesamt bleibe der Franken weiterhin deutlich überbewertet. Diese Formulierungen sind identisch mit denjenigen vom März bei der letzten geldpolitischen Lagebeurteilung.

Kaum Anpassungen bei Prognosen

Bezüglich Wachstum bleibt die SNB bei ihrer Prognose und erwartet für 2017 weiterhin ein Wachstum des realen Bruttoinlandprodukte (BIP) von "rund 1,5 Prozent". Im Einklang mit den Erwartungen der SNB habe sich die Weltkonjunktur weiter gefestigt, heisst es etwa. Die SNB geht in ihrem Basisszenario für die Weltwirtschaft davon aus, dass sich die günstige Konjunkturentwicklung fortsetzt. "Für 2017 zeichnet sich das höchste Wirtschaftswachstum der letzten sechs Jahre ab", sagt SNB-Präsident Thomas Jordan im Mediengespräch anlässlich der geldpolitischen Lagebeurteilung.

Dieses vorsichtig optimistische Basisszenario unterliege aber weiterhin bedeutenden Abwärtsrisiken, die auf politische Unsicherheiten sowie strukturelle Probleme in verschiedenen Industrieländern zurückzuführen seien.

Die Inflationsprognosen für die Schweiz wurden gegenüber März nur leicht verändert. Für 2017 wird die Inflation weiterhin bei +0,3 Prozent gesehen, für 2018 bei +0,3 Prozent (bisher +0,4 Prozent) und für 2019 bei +1,0 Prozent (bisher +1,1 Prozent).

(mit Material von AWP)