Zinsentscheid Schweiz - SNB hält an Negativzinsen fest

Die Schweizerische Nationalbank hält den Leitzins unverändert bei -0,75 Prozent. Dies gibt SNB-Präsident Thomas Jordan am Donnerstag anlässlich des vierteljährlichen geldpolitischen Entscheids bekannt.
21.06.2018 10:05
Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Zürich.
Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Zürich.
Bild: cash

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält auch nach ihrer neusten geldpolitischen Lagebeurteilung vom 21. Juni an den Negativzinsen in bisheriger Höhe fest und ist weiterhin bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, um den Franken zu schwächen. Dabei werde die gesamte Währungssituation berücksichtigt. 

Sie belässt somit wie erwartet das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25 bis -0,25 Prozent und den Zins auf SNB-Sichteinlagen bei -0,75 Prozent. Der Franken sei nach wie vor hoch bewertet, schreibt die SNB in einer Medienmitteilung. Seit der letzten Lagebeurteilung habe sich der Franken insgesamt kaum verändert.

SNB: Höhere Risiken im Hypothekargeschäft

Die Lage am Devisenmarkt sei aber weiterhin fragil, erklären die Währungshüter mit Blick auf die Gegenbewegung, die vor dem Hintergrund politischer Unsicherheit in Italien eingesetzt habe. Die aktuelle Geldpolitik sei daher unverändert notwendig.

Internationale Spannungen und protektionistische Tendenzen

Aufgrund des gestiegenen Ölpreises rechnet die SNB für die kommende Quartale mit einer höheren Inflation als noch im März prognostiziert. Für das Jahr 2018 liegt die Inflations-Prognose für die Schweiz bei 0,9 Prozent, was um 0,3 Prozentpunkte höher ist als noch im März. Ausserdem setze sich die wirtschaftliche Erholung fort, das geschätzt BIP-Wachstum 2018 für die Schweiz beträgt weiterhin 2 Prozent. Im ersten Quartal wuchs das BIP mit 2,3 Prozent.

Allerdings seien die derzeitigen Risiken eher nach unten gerichtet: "Im Vordergrund stehen politische Entwicklungen in einzelnen Ländern sowie mögliche internationale Spannungen und protektionistische Tendenzen", sagt Thomas Jordan an der Pressekonferenz zur Lagebeurteilung. Die Erhöhung der Risiken habe auch Auswirkungen auf die Stimmung an den internationalen Finanzmärkten.

(cash/AWP)