Zölle auf Vespa und Co? Aufregung in Italien über US-Handelspolitik

Italien sieht die Gefahr heraufziehen, dass italienische Kultprodukte wie die Vespa oder San Pellegrino-Wasser in den USA mit Strafzöllen belegt werden. Hintergrund ist ein Bericht des "Wall Street Journals", wonach die US-Regierung von Donald Trump erbost über einen Handels-Deal sei, der den US-Export von Rindfleisch regeln soll und an dessen Absprachen sich die EU nicht halte. Die Strafen seien eine mögliche Gegenwehr aus den USA.
31.03.2017 15:24

Sowohl die Regierung in Rom als auch hochrangige Manager schalteten sich die letzten Tage ein. "Qualität hat keine Grenzen: Zölle, Protektionismus, (...) können keine Barrieren (für Qualität) sein", sagte Ministerpräsident Paolo Gentiloni.

Für Italien hätte so eine Straf-Massnahme schwere Auswirkungen, sagte der Gründer des Luxus-Supermarktes Eataly, Oscar Farinetti, der Zeitung "La Repubblica". "Italien lebt vom Export von Lebensmitteln." Und der Vorstandsvorsitzende des Vespa-Bauers Piaggio, Roberto Colaninno, sagte der Zeitung "Corriere della Sera": "Ein Handelskrieg? Ich weiss nicht. Aber es ist sicher kein Küsschen."

Aussenminister Angelino Alfano beschwichtigte derweil und mahnte zur Ruhe: "Erst müssen wir sehen, was sich bewahrheitet und dann entscheiden wir, was wir machen." Der Streit mit der EU um Fleisch aus den USA schwelt seit Jahren und entschieden ist dem Wall Street Journal nach in der Sache auch noch nichts./reu/DP/tos

(AWP)