Zürcher Regierung erwartet tiefere Wasserzinsen von Kraftwerken

Elf Wasserkraftwerke liefern dem Kanton Zürich Wasserzinsen ab: Im Jahr 2016 waren es insgesamt 8,15 Mio CHF. Diese Abgaben dürften bald reduziert werden, schreibt der Regierungsrat drei Kantonsräten, die sich besorgt um die Zukunft der Wasserkraftwerke zeigten.
18.05.2017 14:04

Denn angesichts der tiefen Strompreise seien Wasserkraftwerke derzeit kaum rentabel zu betreiben, hielten die Kantonsräte von EDU, GLP und BDP in ihrer Anfrage fest. Trotzdem seien sie verpflichtet, Abgaben an den Kanton zu leisten.

Der Kanton Zürich würde theoretisch über einen Spielraum verfügen, hält die Regierung in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Antwort fest. Laut dem kantonalen Wasserwirtschaftsgesetz wird zwar grundsätzlich ein jährlicher Wasserzins in Höhe des bundesrechtlichen Höchstansatzes erhoben. Bei erheblichem öffentlichen Interesse könnte dieser aber auch gesenkt werden.

Die Zürcher Regierung will nun aber vorerst einmal abwarten: Denn der heutige Maximal-Ansatz des Bundes, der bei 110 Franken pro Kilowatt Bruttoleistung liegt, gilt bis Ende 2019. Danach dürfte er "angesichts der wirtschaftlich äusserst angespannten Lage bei der Wasserkraft erheblich gesenkt" werden. Diese Herabsetzung müsste der Kanton dann übernehmen.

Insgesamt gibt es 103 Wasserkraftwerke, die zürcherische Konzessionen oder Konzessionsanteile haben. 92 davon sind wegen ihrer geringen Leistung vom Wasserzins gänzlich befreit. Elf leisten jährliche Abgaben. Das Kraftwerk Eglisau lieferte 2016 gemäss Aufstellung des Regierungsrat als grösstes Werk 2,8 Mio CHF ab.

(AWP)