Polizist wegen Mordes an schwarzem Jugendlichen schuldig gesprochen

Eine Geschworenenjury im US-Bundesstaat Texas hat einen weissen Polizisten des Mordes an einem 15-jährigen Afroamerikaner für schuldig befunden. Den Verurteilten erwartet eine Strafe von bis zu 99 Jahren Gefängnis.
29.08.2018 10:00

Der Polizist Roy Oliver hatte im vergangenen Jahr fünf Kugeln in ein Auto voller Jugendlicher geschossen, nachdem er und seine Kollegen wegen Beschwerden über Alkohol trinkende Minderjährige in einen Vorort von Dallas gefahren waren. Das unbewaffnete Opfer wurde in den Kopf getroffen.

Die Geschworenen hatten sich nur zwei Tage zu Beratungen zurückgezogen, bevor sie dem Gericht ihre Entscheidung mitteilten. Über die Höhe der Strafe müssen nun die Richter entscheiden.

Bei der Entscheidung der Geschworenen handelt es sich um einen seltenen Schuldspruch gegen einen US-Polizisten. Der Fall ist einer von zahlreichen tödlichen Polizeieinsätzen gegen Afroamerikaner in den USA, die immer wieder für Empörung und Proteste sorgten.

Oliver ist nach Angaben der Zeitung "Fort Worth Star-Telegram" der erste Polizist seit mehr als 40 Jahren, der wegen der Abgabe tödlicher Schüsse im Dienst verurteilt wurde.

Die Polizei hatte ursprünglich erklärt, Oliver habe das Feuer eröffnet, weil das Auto mit den fünf Jugendlichen in aggressiver Weise rückwärts in seine Richtung gefahren sei. Nach Auswertung von Bodycam-Videos änderten die Behörden allerdings ihre Aussage: Das Auto habe sich entfernt, als der Jugendliche erschossen wurde.

(SDA)