Wahlen Europa - Populisten als Risiko für den Euro

Das grösste Risiko für die Eurozone in den kommenden sechs Monaten ist der Einzug einer rechtspopulistischen Partei in die Regierung eines grossen Eurolandes.
14.03.2017 19:00
Euro-Symbol vor der ehemaligen Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Euro-Symbol vor der ehemaligen Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Bild: cash

Das sagt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Marcel Fratzscher. Sollte eine populistische Partei etwa in die Regierung in Rom einziehen, könne die wirtschaftliche Erholung in Italien gestoppt und die Finanz- und Wirtschaftsprobleme eines EU-Landes ähnlich wie in der Eurokrise 2012 zur Ansteckungsgefahr für die gesamte Eurozone werden. Davor warnt der DIW-Präsident am Dienstag im Bloomberg-TV-Interview.

Die anstehenden Wahlen in dieser Woche in den Niederlanden und später in Frankreich und möglicherweise in Italien bereiten Fratzscher derzeit die "grössten Sorgen". Denn die Wirtschaft in Europa durchlaufe immer noch eine Erholungsphase, die leicht ausgebremst werden könne. "Die Wirtschaft der Eurozone ist immer noch sehr schwach und labil", sagt der DIW-Präsident.

Der Rechtspopulismus könne sehr schnell "systemisch" werden, wenn eine populistische Partei in eine Regierung der großen Euroländer einziehe, mahnt Fratzscher. Sollte dies in Italien geschehen, könne die wirtschaftliche Erholung in Italien gestoppt und eine Phase der Rezession mit hoher Arbeitslosigkeit eingeleitet werden. Schon jetzt leide Italien unter einer hohen Staatsverschuldung und einem anfälligen Bankensystem mit hohen Kreditausfallraten. Im Falle einer Rezession drohten Rückschläge für die gesamte Eurozone.

(Bloomberg)