Post will nach Postauto-Skandal erneut informieren

Im Zuge der Buchhaltungsaffäre bei Postauto will die Post heute Nachmittag die Medien informieren. Zum Inhalt der Pressekonferenz macht der Konzern im Vorfeld keine Angaben. Für Interesse sorgt die Frage, ob der Skandal für Post-Chefin Susanne Ruoff Folgen haben wird.
15.02.2018 11:57

Die Einladung zur Medienkonferenz erfolgte kurzfristig: Am späten Mittwochnachmittag verschickte die Schweizerische Post eine schlichte Mitteilung, in der sie die Medien für den darauffolgenden Tag zu einer Medienorientierung an ihrem Hauptsitz in Bern einlud - ohne nähere Angaben zum Inhalt zu machen.

Zuvor war der Post-Verwaltungsrat unter VR-Präsident Urs Schwaller zu einer ausserordentlichen Sitzung zusammengekommen. Über den Inhalt dieses Treffens wollte der Konzern auf Anfrage ebenfalls keine näheren Angaben machen.

Für grosses öffentliches Interesse sorgt derzeit die Frage, ob sich der Verwaltungsrat hinter Post-Chefin Ruoff stellt - oder ob auch sie ihren Sessel räumen muss.

Seit Bekanntwerden von systematischen Buchhaltungstricks bei der Postauto AG steigt der Druck auf Ruoff. Politiker von links bis rechts fordern eine lückenlose Aufklärung oder teilweise ihren Rücktritt.

In einem Zeitungsinterview räumte Ruoff Fehler ein. Sie habe aber sofort reagiert, als sie im November 2017 von den Vorgängen erfahren habe. Von der Zeitung "Blick" veröffentlichte Unterlagen der internen Revision lassen anderes vermuten.

Verkehrsministerin Doris Leuthard sprach Ruoff allerdings ihr Vertrauen aus und warnte vor Vorverurteilungen. Zuerst gelte es zu wissen, was passiert sei.

Anfang Februar war bekannt geworden, dass die Postauto AG jahrelang im subventionierten Geschäftsbereich Gewinn erzielt und zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen hat. Letztere verlangen deshalb 78,3 Millionen Franken von der Post zurück.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat wegen des Buchhaltungs-Skandals inzwischen auch Strafanzeige eingereicht. Sie richtet sich gegen Unbekannt. Die Post hielt in einer Stellungnahme auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda fest, sie werde "selbstverständlich vollumfänglich mit den Untersuchungsbehörden kooperieren".

(SDA)