Primarschülerin in Suhr AG ist an Tuberkulose erkrankt

Eine Primarschülerin an der Schule in Suhr AG ist an Lungentuberkulose erkrankt. Das Kind befindet sich seit drei Wochen im Spital. Mitschüler und Lehrpersonen müssen in sieben Wochen zum Bluttest.
06.09.2019 11:22

In einem Schreiben an 1350 Eltern informierte die Gesamtschulleitung von Suhr über die Erkrankung der Schülerin an der vierten Primarschulklasse. Zum Bluttest müssen Kinder und Personen, die mehr als acht Stunden während der letzten zwei Monaten mit dem erkrankten Kind in einem Raum verbracht hatten.

In diesen Fällen bestehe ein Ansteckungsrisiko, heisst es im Schreiben weiter. "Wir halten den Ball flach", sagte Gesamtschulleiterin Denise Widmer am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Es sei möglich, dass sich das Kind während den Sommerferien angesteckt habe. Das Kind sei jünger als zwölf Jahre. Weitere Massnahmen plane die Schule nicht. Man stehe in Kontakt mit der Lungenliga Aargau und den Kantonsbehörden.

Die Tuberkulose ist eine durch hustende Erkrankte über die Raumluft übertragbare Krankheit. In der Schweiz gibt es pro Jahr rund 550 Erkrankungen, in der Mehrzahl bei Migranten, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) festhält.

Die Übertragung erfolgt, indem eine an Lungentuberkulose erkrankte Person bakterienhaltige Tröpfchen aushustet, die dann in der Raumluft schweben und von anderen eingeatmet werden. Für eine Ansteckung ist gemäss BAG meist ein Aufenthalt im gleichen Raum über Stunden erforderlich.

Eine Ansteckung ist erst nach zwei Monaten nachweisbar. Nur fünf bis zehn Prozent der Personen mit einer frischen Ansteckung erkranken später einmal, am ehesten innert zwei Jahren.

Typische Symptome sind Husten, oft mit Auswurf, Fieber und Gewichtsabnahme. Die Tuberkulose ist mit speziellen Antibiotika über Monate meist gut behandelbar. Ohne Behandlung verläuft sie, nach einer meist längeren Erkrankung, oft tödlich.

(SDA)