Prostitutionsvorwurf an "Sugardaddy"-Datingseite in Belgien

Eine Datingwebseite, die Studentinnen eine "Verbesserung ihres Lebensstils" durch reiche Männer verspricht, hat in Belgien für Aufregung gesorgt. Nahe der Freien Universität in Brüssel ermutigte freizügige Werbung auf Lastwagen, mit einem "Sugardaddy" auszugehen.
26.09.2017 02:20

Die Werbe-Lastwagen waren pünktlich zum Semesterbeginn am Montag in der Nähe der renommierten Universität geortet worden. Daraufhin legte die Universitäts-Leitung Beschwerde vor dem belgischen Ethikausschuss für Werbung ein. Die Föderation Wallonie-Brüssel, die für die Hochschulen in der Hauptstadt zuständig ist, kündigte eine Klage wegen Anstiftung zur Prostitution an.

Auch die Studentenvereinigung der französischen Gemeinschaft übte scharfe Kritik an der "unmoralischen" Werbekampagne. "Jeder weiss, dass sich das Phänomen studentischer Prostitution ausbreitet, und hier ist eine Firma, die die Not dieser jungen Frauen für den eigenen Profit ausschlachtet", sagte die Präsidentin der Vereinigung, Opaline Meunier. Die Frauen brauchten "Stipendien" und keinen "Sugardaddy".

Der Geschäftsführer der Datingwebseite, Sigurd Vedal, wies die Kritik als "klassisches Missverständnis" zurück: "Unsere Sugarbabys müssen mindestens 18 Jahre alt sein, und Prostitution ist nicht erlaubt." Der Norwege bezeichnete die Seite als "klassische Datingwebseite, nur dass zu den Kriterien auch der finanzielle Aspekt gehört."

Weitere Werbelastwagen sollen laut Vedal in den kommenden Wochen landesweit im Umfeld von Universitäten positioniert werden. In Skandinavien und den Benelux-Staaten die Seite nach eigenen Angaben bereits 150'000 weibliche Mitglieder, etwa 21'000 von ihnen sind Belgierinnen.

(SDA)