Radiomacher starteten vor siebzig Jahren die erste Glückskette

Die Hilfsorganisation Glückskette feiert am 26. September ihr siebzigjähriges Bestehen. Ihren Anfang nahm die Spendenorganisation ein Jahr nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwei Radiomacher und ein Entertainer hoben sie in der Westschweiz aus der Taufe.
17.09.2016 10:18

Mit einem Aufruf am Radio wollten die Gründer im Jahr 1946 den vom Krieg geschädigten Kindern helfen. Bald darauf entstand aus dieser Idee die Radiosendung "Chaîne du Bonheur", die "Glückskette", wie die Organisation zu ihrem Jubiläum mitteilt.

Anfangs gingen vor allem Sachspenden ein. Doch als sich im Radiostudio in Lausanne Kisten voller Zigarren, Würsten, Matratzen, Schuhen und Spielwaren stapelten, ging die Sendung zum Sammeln von Geldspenden über. Radiostationen in den anderen Landesteilen übernahmen die Idee. Ab 1954 wurde die wöchentliche Sendung eingestellt, und gesammelt wurde nur noch bei grossen Katastrophen.

Die Glückskette wurde über die Jahre immer erfolgreicher, und 1983 erhielt sie die Rechtsform einer Stiftung. Sie hat ihren Sitz in Genf und beschäftigt heute 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dank schlanker Strukturen und oft ehrenamtlicher Mitarbeit will die Glückskette einen effizienten Einsatz der gespendeten Mittel garantieren.

Aktuell hilft die Glückskette Menschen in Afrika, die unter der vom Klimaphänomen El Niño hervorgerufenen Dürre leiden. Sie setzte dafür eine Million Franken als Soforthilfe ein und ruft zu weiteren Spenden auf.

2015 sammelte die Glückskette 73 Millionen und unterstützte 102 Projekte in 33 Ländern. Die Solidarität der Bevölkerung in der Schweiz manifestierte sich im vergangenen Jahr insbesondere beim verheerenden Erdbeben in Nepal (32 Millionen Franken) sowie infolge der Flüchtlingskrise (26 Millionen Franken).

Als grösster Meilenstein in der Geschichte der Glückskette bezeichnet Präsidentin Ladina Heimgartner den Tsunami vom 26. Dezember 2004. Innert kürzester Zeit sei es gelungen, sich auf die umfangreichste Spendensammlung überhaupt vorzubereiten, schreibt Heimgartner im Vorwort zum Jubiläums-Dossier. Spenden von über 227 Millionen Franken gingen daraufhin ein.

Insgesamt hat die Glückskette in den letzten siebzig Jahren rund 190 Spendenaufrufe für die Opfer von Naturkatastrophen und Konflikten gestartet und Spenden in Höhe von 1,7 Milliarden Franken gesammelt.

(SDA)