Razzien bei ausländischen Credit-Suisse-Filialen

Wegen des Verdachts auf Steuerbetrug sind in Filialen der Credit Suisse in London, Paris und Amsterdam Razzien durchgeführt worden. In einem Medienbericht war zuvor von Razzien in mehreren Ländern die Rede gewesen, wonach rund 55'000 verdächtige Konten betroffen sind.
31.03.2017 11:35

Hintergrund für die Razzien sei ein Hinweis zu Geheimkonten bei einer Schweizer Bank, teilte die niederländische Behörde zur Verfolgung von Finanzvergehen am Freitag laut der Nachrichtenagentur Reuters mit. Betroffen seien mehrere Inhaber von insgesamt 3800 Konten mit Verbindungen in die Niederlande.

In den Niederlanden, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich und Australien hätten bereits am Donnerstag koordinierte Durchsuchungen begonnen. Gemälde, Goldbarren, Bargeld und andere Vermögenswerte in Millionenhöhe seien beschlagnahmt worden, teilte eine Behördensprecherin mit.

Credit Suisse informierte am Freitagvormittag in Reaktion auf die Medien selbst über "Besuche in Büroräumlichkeiten" in London, Paris und Amsterdam. "Wir arbeiten mit den Behörden zusammen", so das Finanzinstitut.

Seit 2013 wende die Credit Suisse das Abgeltungssteuerabkommen zwischen der Schweiz und Grossbritannien an, heisst es weiter. Auch seien die freiwilligen Steueroffenlegungsprogramme der Niederlanden und Frankreichs umgesetzt worden und Beziehungen zu nicht steuerkonformen Kunden beendet worden.

Die Credit Suisse habe zudem den automatischen Informationsaustausch, der im April 2017 in Kraft tritt, für ihre europäischen Standorte umgesetzt. Credit Suisse verfolge weiterhin eine Strategie der vollständigen Steuerkonformität, betonte das Institut.

(SDA)