Regierungsrätin Hochuli würde mehr von Asylsuchenden fordern

Asylsuchende sollen für Obdach, Bargeld und Fernseher auch etwas tun. Das fordert die abtretende Aargauer Grüne Regierungsrätin Susanne Hochuli. Ihrer Meinung nach sollte die Schweiz "deutlich strenger" sein bei der Integration von Schutzsuchenden aus dem Ausland.
25.09.2016 04:56

"Wer zu uns kommt, soll ein Dach über dem Kopf, zu essen, medizinische Versorgung und Sicherheit erhalten", sagte Hochuli im Interview mit der Zeitung "Schweiz am Sonntag". Das gebe es aber nicht umsonst. "Wer dies und die 10 Franken pro Tag will, der soll eine Integrations-RS durchlaufen."

Ein solcher Intensivkurs sähe für sie folgendermassen aus: "Am Morgen gehts in den Deutschkurs und am Nachmittag zur Arbeit. Egal, ob es ihnen passt. Es wird gemacht", sagte sie.

Hochuli zeigt Verständnis für Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Im Asylwesen sei jahrelang einiges schiefgelaufen. "Mehr und mehr fühlen sich Menschen, die ein Leben lang in die Sozialwerke eingezahlt haben, benachteiligt. Sie stören sich daran, dass die Asylsuchenden einfach da sind und nicht arbeiten."

Das liege aber auch am System. Die Asylverfahren müssten beispielsweise kürzer werden, maximal rund 100 Tage. "Es ist fatal, wenn wir heute teilweise eineinhalb Jahre brauchen, um ein Gesuch zu bearbeiten. Die Asylsuchenden können in dieser Zeit nur herumhängen, und das Geld kommt einfach."

Es sei wichtig, dass Flüchtlingen von Anfang erklärt werde, "wie es hier läuft und was wir von ihnen verlangen". Sie müssten Kultur, System, Recht und Pflichten verstehen. "Den Leuten ist oftmals nicht bewusst, dass die Bevölkerung von morgens bis abends arbeitet, damit wir sie unterstützen können", sagte die 51-Jährige.

Hochuli spricht aus Erfahrung, hat sie doch zwei Flüchtlingsfamilien bei sich auf dem elterlichen Bauernhof aufgenommen. Der Frau aus Angola, die sie mittlerweile "über alles liebe", habe sie auch mehrmals erklären müssen, dass das Geld nicht einfach so da ist. "Sondern dass man es verdienen muss."

Mehr Härte würde Hochuli auch im Alltag zeigen: Bei ihr dürften Flüchtlinge beispielsweise keinen Fernseher haben, sagte sie. "Das Fernsehen schadet der Integration, teilweise läuft der TV den Tag." Sie könne zwar verstehen, dass das Gerät ein Tor zu Heimat sei. "Trotzdem sollten nur diejenigen einen haben, die ihn selbst kaufen und auch die Billag-Gebühren selbst zahlen können."

Hochuli tritt bei den Aargauer Regierungsratswahlen vom 23. Oktober nicht mehr an. Sie gehörte der Kantonsregierung seit 2009 an. Auf ihre Zukunftspläne angesprochen, sagte sie: "Anfang Jahr werde ich 1000 Kilometer an die Ostsee wandern."

(SDA)