Regisseur Oliver Stone vermisst die Medienkonferenzen von einst

Am (heutigen) Samstagabend feiert der Film "Snowden" über US-Whistleblower Edward Snowden am 12. Zurich Film Festival Schweizer Premiere. Regisseur Oliver Stone provoziert damit "eine Debatte, die wir führen müssen", wie er am Nachmittag vor den Medien sagte.
24.09.2016 17:20

Die Leute hätten viel zu schnell ein Urteil darüber gefällt, ob Snowden ein Held oder ein Krimineller sei, sagte er. Die Geschichte um die Überwachungspraktiken von Geheimdiensten sei viel zu kompliziert und über den Mensch Snowden viel zu wenig bekannt, als dass sich so voreilig eine Meinung bilden liesse.

Um der Öffentlichkeit Edward Snowden näher vorstellen zu können, haben Oliver Stone und die Hauptdarsteller des Films, Joseph Gordon-Levitt (Snowden) und Shailene Woodley (spielt Snowdens Lebenspartnerin Lindsay Mills), den ehemaligen CIA-Mitarbeiter mehrfach in Moskau besucht. "Wir stehen alle auf seiner Seite", betonte Stone.

Besonders wichtig war das Kennenlernen für Gordon-Levitt: "Ich wollte herauszufinden, wie er isst, schläft, die Hände schüttelt", sagte er an der Medienkonferenz im Zürcher Hotel Baur au Lac. Für ihn sei Snowden vor den Dreharbeiten zugegeben nicht viel mehr als ein Name gewesen, "den ich doch schon mal irgendwo gehört, die Geschichte drumherum aber nicht ganz begriffen habe".

Oliver Stone hätte am liebsten bis in den Abend hinein über das Thema geplaudert, philosophiert und politisiert. Obwohl die eingeplante Zeit abgelaufen war, wollte der 70-Jährige noch eine Frage beantworten. "Ich vermisse die Zeiten, in denen die Journalisten ihre Fragen durcheinander riefen", sagte er. "Heute ist alle so geregelt."

(SDA)