Reglement der Schweizerschule in Mailand sorgt für rote Köpfe

Ein Passus im Schulreglement der Schweizerschule in Mailand wirft in Italien hohe Wellen. Darin wird Schülern mit Lernschwierigkeiten wie Legasthenie davon abgeraten, die Schule zu besuchen. Unterdessen hat sich auch der Bund eingeschaltet.
30.07.2017 21:10

Gemäss italienischen Nachrichtenagenturen hat die Schule im Mai ihr Reglement um eine Passage ergänzt, die nun in Italien für heftige Kritik sorgt. In der neuen Empfehlung heisst es sinngemäss: Weil die Bildungseinrichtung mehrsprachig sei, werde Schülern mit Lernschwächen wie Legasthenie, Dyskalkulie, Aufmerksamkeitsstörungen wie ADHS, Asperger-Syndrom, Autismus oder Verhaltensstörungen vom Besuch der Schule abgeraten.

Auf Facebook kritisierte Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala die Empfehlung als "inakzeptabel". Auch die italienische Bildungsministerin Valeria Fedeli will diese nicht akzeptieren und fordert eine Überprüfung der Empfehlung.

Eingeschaltet hat sich nun auch das Bundesamt für Kultur (BAK), das für die Anerkennung der 17 Schweizerschulen im Ausland zuständig ist. Es handle sich um eine Eigeninitiative der Schule und keine Weisung des Bundes, erklärte BAK-Sprecher Daniel Menna am Sonntagabend im italienischsprachigen Fernsehen RSI.

Das BAK habe von der Empfehlung aus den Medien erfahren und heisse diese nicht gut, sagte Menna weiter. Er erinnerte daran, dass die Schweiz jede Form von Diskriminierung ablehne, besonders in der Bildung. Das BAK werde die Empfehlung nun überprüfen. Sollte diese tatsächlich bestehen, werde sie rasch rückgängig gemacht, versicherte Menna.

(SDA)