Riad laut Studie grösster Extremismusförderer in Grossbritannien

Saudi-Arabien ist einer Studie zufolge der grösste Förderer des islamischen Extremismus in Grossbritannien. Das Land habe dafür in den vergangenen 50 Jahren über Stiftungen mindestens 67 Milliarden Pfund (83,5 Milliarden Franken) ausgegeben.
05.07.2017 14:40

Ziel war und ist es, den saudi-arabischen Wahhabismus - eine streng-konservative Lesart des Islams - in die muslimische Welt bis hin in muslimische Gemeinschaften im Westen zu exportieren. Der Wahhabismus ist bekannt als Quelle der Dschihad-Ideologie.

Dieser Einfluss sei in Grossbritannien und anderen westlichen Ländern unter anderem abzulesen an der "Vorherrschaft radikalislamischer Prediger und Literatur, darunter auch der Gebrauch saudi-arabischer Schulbücher", heisst es in einer Studie der Denkfabrik Henry Jackson Society, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Dieses Fördern des Wahhabismus habe "stufenweise" dazu beigetragen, in vielen muslimischen Gemeinden den religiösen Glauben und die Praktiken zu verändern. Dies habe Extremisten gestärkt und moderate Stimmen unter Druck gesetzt, so die Studie.

Die Denkfabrik Henry Jackson Society setzt sich mit Fragen der Menschenrechte und Internationalen Beziehungen auseinander. Die Vorlage der Studie kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die britische Premierministerin Theresa May unter Druck steht, einen Regierungsbericht über die Rolle Saudi-Arabiens und anderer Staaten bei der Förderung von Extremismus auf der Insel zu veröffentlichen.

(SDA)