Rieter übernimmt Textilmaschinen-Division von Schweiter

Der Winterthurer Textilmaschinenhersteller Rieter geht in die Offensive. Von Konkurrent Schweiter wird für gut 124 Millionen Franken die Textilmaschinensparte übernommen.
03.07.2017 08:59

Rieter hat per 30. Juni die Division SSM Textilmaschinen des Werkstoff- und Maschinenherstellers Schweiter übernommen. Der Kaufpreis beträgt 124,2 Millionen Franken, wie Rieter am Montag mitteilt.

Rieter wird SSM den Angaben zufolge in seiner bisherigen Form und mit dem bestehenden Management weiterführen. Zu SSM gehören die Gesellschaften SSM Schärer Schweiter Mettler in Horgen und die Tochtergesellschaften in Italien und China. Die Division produziert Spulmaschinen in den Bereichen Färbe-, Weberei- und Nähgarnvorbereitung.

Die Kompetenz von SSM eröffne Rieter Möglichkeiten im Geschäft mit Kurzstapel-Spinnereimaschinen, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Division SSM hatte 2016 mit 246 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 86 Millionen Franken erzielt, der Gesamtkonzern Schweiter mit dem grösseren Verbundwerkstoff-Bereich dagegen über 1 Milliarde Franken.

SSM befinde sich zwar "sehr gut in Form", heisst es in einer Präsentation von Schweiter. Rieter sei dennoch der bessere Eigentümer, um SSM weiter zu entwickeln und zu expandieren. Ausserdem erweitere SSM die Technologie und die Marktsegmente von Rieter. Schweiter will nun die Mittel aus dem Verkauf für die Weiterentwicklung des Verbundwerkstoffgeschäfts sowie für Akquisitionen verwenden.

Die neuste Übernahme von Schweiter wurde ebenfalls am Montag früh bekanntgegeben. Demnach will Schweiter für einen Kaufpreis von 48 Millionen Euro die irische Athlone Extrusions mit einem Umsatz von rund 62 Millionen Euro übernehmen. Athlone ist ein führender Hersteller von farbigen, mehrschichtigen Kunststoffplatten. Der Abschluss der Transaktion wurde für Ende Juli 2017 in Aussicht gestellt.

Der Kaufpreis von 124 Millionen Franken setzt sich zusammen aus einem Unternehmenswert von 100 Millionen Franken und liquiden Mitteln. Rieter finanziert den Kaufpreis aus vorhandener Liquidität, wie es weiter heisst. Die Akquisition werde sich positiv auf den Gewinn pro Aktie auswirken.

(SDA)