Rieter verlagert 220 Stellen von Deutschland nach Tschechien

Der Spinnmaschinenhersteller Rieter baut in Deutschland 220 Stellen ab. Die Produktion wird von Ingoldstadt an den Rieter-Standort Usti in Tschechien verlagert.
01.02.2017 07:48

Der Standort Ingolstadt werde sich künftig auf die Entwicklung von Maschinen und die Unterstützung des After-Sales-Geschäfts fokussieren, teilte der Industriekonzern am Mittwoch mit. Dadurch würden voraussichtlich 220 der 360 Stellen in Ingoldstadt wegfallen. Das Management erhofft sich nach Abschluss der Massnahmen ab 2019 eine Kosteneinsparung von 15 bis 20 Millionen Franken.

Rieter hat 2016 weniger Umsatz erzielt als im Vorjahr. Der Erlös sank um 9 Prozent auf 945 Millionen Franken. Damit wurden die Analystenschätzungen von 939 Millionen Franken leicht übertroffen.

Dafür zog Rieter deutlich mehr Bestellungen an Land als im Vorjahr. Der Auftragseingang nahm um 13 Prozent auf 905,2 Millionen Franken zu. Nachdem das erste Halbjahr von einer starken Nachfrage geprägt gewesen sei, sei die Dynamik in den einzelnen Ländern und Produktkategorien im zweiten Semester uneinheitlich gewesen.

Das Jahr 2016 klang denn auch verhalten aus. Im vierten Quartal gingen Bestellungen im Wert von nur noch knapp 190 Millionen Franken ein. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 215 Millionen Franken gewesen.

Die geringere Nachfrage insbesondere im Neumaschinengeschäft im zweiten Halbjahr sei auf zunehmende politische Unwägbarkeiten in den Hauptmärkten Türkei und Indien zurückzuführen gewesen, schreibt das Unternehmen dazu.

Mit dem Bestellungseingang hat Rieter die Erwartungen der Analysten um Längen verfehlt. Diese hatten im Schnitt für das Gesamtjahr einen Bestellungseingang von 950 Millionen Franken und für das vierte Quartal von rund 232 Millionen Franken erwartet.

Mit den Umsatz- und Bestellungszahlen gibt Rieter zudem einen Ausblick auf die Gewinnentwicklung, wobei frühere Prognosen präzisiert werden. Neu wird eine EBIT-Marge von 6 Prozent (bisher: 5-6 Prozent) und eine Reingewinn-Marge von 4,5 Prozent (bisher: rund 3,5-4,5 Prozent) in Aussicht gestellt. Die detaillierten Zahlen werden am 14. März publiziert.

(SDA)