Rohingya-Flüchtlinge erinnern an ihre Vertreibung vor einem Jahr

Ein Jahr nach dem Beginn der Militäreinsätze gegen die muslimische Rohingya-Minderheit in Myanmar haben tausende Flüchtlinge im Nachbarland Bangladesch gegen ihre massenhafte Vertreibung protestiert.
25.08.2018 09:41

Mehrere Tausend Rohingya beteiligten sich in den Flüchtlingslagern am Samstag an Protestzügen und Demonstrationen. "Wir wollen Gerechtigkeit von der Uno", riefen die Demonstranten in Sprechchören. "Nie wieder: Rohingya-Völkermord-Gedenktag. 25. August 2018", stand auf einem Plakat.

Im mehrheitlich buddhistischen Myanmar - vormals Burma - wird die Minderheit der Rohingya seit Jahrzehnten unterdrückt. Vor einem Jahr war die Lage eskaliert, als Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit umfassender Gegengewalt und zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer.

Rund 700'000 Rohingya flüchteten ins benachbarte Bangladesch. Flüchtlinge berichteten von Exekutionen und Vergewaltigungen. Die Uno stufte das Vorgehen gegen die Rohingya als "ethnische Säuberung" ein. Im März sprach die Uno-Sonderberichterstatterin für Myanmar, Yanghee Lee, von einem "Völkermord".

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurden allein im ersten Monat der Gewalt 6700 Rohingya getötet.

(SDA)