Rückkehrhilfe für Flüchtlinge hilft laut dem Bund kosten sparen

Seit 20 Jahren unterstützt die Schweiz Flüchtlinge finanziell und materiell, die freiwillig in ihre Heimatländer zurückkehren. Der Bund bezeichnet die Rückkehrberatung und Rückkehrhilfe als "eine Erfolgsgeschichte".
14.09.2017 11:45

Dass die Schweiz rückkehrwilligen Flüchtlingen Geld mit auf den Heimweg gebe, sei Bestandteil einer glaubwürdigen Asylpolitik. "Freiwilligkeit ist unser oberstes Ziel bei der Rückkehr", sagte Justizministerin Simonetta Sommaruga am Mittwochabend in der "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens SRF.

Die Hilfe komme die Schweiz günstiger, als wenn die Flüchtlinge jahrelang hier blieben oder sie zwangsweise zurückgebracht werden müssten. Bisher 155 Millionen Franken hat der Bund für Rückkehrberatung und Rückkehrhilfe ausgegeben.

Die Flüchtlinge erhalten beispielsweise Geld, bar ausgezahlt am Flughafengate. Es dient als Reisegeld und Startkapital in ihrer alten, neuen Heimat. Weitere Mittel fliessen oft nicht Cash, sondern in Aufbauprojekte.

Das Kernstück der Programme ist die Rückkehrberatung, welche die Wiedereingliederung im Herkunftsland erleichtert, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) zum 20-Jahr-Jubiläum am Donnerstag mitteilte. Die Beratung trage entscheidend zum Gelingen dieses Perspektivenwechsels bei.

Insbesondere Asylsuchende, die eine geringe Aussicht auf Asyl haben, sollen zu einer freiwilligen Ausreise motiviert werden, um eine zwangsweise Rückführung zu vermeiden. Die Rückkehrberatungen sollen ab 2019 im Rahmen der beschleunigten Asylverfahren in den Zentren des Bundes weiter intensiviert werden.

Seit 1997 sind über 90'000 Asylsuchende selbständig mit einer Rückkehrhilfe in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt - am meisten in den Kosovo (rund 40'000 Personen) sowie nach Bosnien und Herzegowina (10'000 Personen). In den vergangenen fünf Jahren reisten laut dem SEM jeden Monat durchschnittlich 230 Personen mit einer Rückkehrhilfe in über sechzig Ländern aus.

An der zweitägigen Jubiläumsveranstaltung in Murten FR nahmen neben der SEM-Spitze zahlreiche Vertreter von kantonalen Rückkehrberatungsstellen und verschiedenen Partnerorganisationen teil. Das Jubiläum diente in erster Linie dazu, den Rückkehrberaterinnen und -beratern ein Dankeschön für ihre wichtige Arbeit auszusprechen, wie es in der Mitteilung hiess.

(SDA)