Russland und Syrien nehmen Ortschaften in Idlib unter Beschuss

Einen Tag nach den gescheiterten Bemühungen der Türkei um eine Waffenruhe im syrischen Idlib haben syrische und russische Streitkräfte Ortschaften in der Rebellen-Provinz unter Beschuss genommen. Mindestens drei Zivilisten in dem Dorf Abdeen seien getötet worden.
08.09.2018 13:06

Dies meldete der örtliche Zivilschutz am Samstag. Augenzeugen und Rettungskräfte berichteten von mehr als einem Dutzend Luftangriffen auf Dörfer und Städte, die von Aufständischen kontrolliert werden. Dabei hätten syrische Helikopter auch international geächtete Fassbomben auf zivile Wohngegenden in den Randbezirken des Ortes Chan Scheichun abgeworfen, sagten zwei Anwohner.

Bei einem Gipfeltreffen am Freitag in Teheran konnten sich die Präsidenten der Türkei, Russlands und des Irans nicht auf eine Waffenruhe verständigen. Russland und der Iran unterstützen Syriens Machthaber Baschar al-Assad militärisch.

Laut Uno wird Idlib von rund 10'000 Milizionären gehalten. Die meisten von ihnen haben sich islamistischen Gruppierungen angeschlossen. Die Vereinten Nationen haben wiederholt vor einer humanitären Katastrophe bei einer Armee-Offensive gewarnt.

Präsident Recep Tayyip Erdoğan schrieb am späten Freitagabend auf Twitter: "Wenn die Welt vor der Tötung Zehntausender unschuldiger Menschen beide Augen zudrückt, um den Interessen des Regimes zu dienen, werden wir weder von der Seitenlinie zuschauen noch ein solches Spiel mitspielen".

Die Türkei habe in Teheran klargemacht, dass Methoden, die keine Rücksicht auf das Leben von Zivilisten nähmen, nur den "Terroristen" in die Hände spielten, schrieb Erdoğan. Die Idlib-Frage müsse "im Geist von Astana" gelöst werden, ohne Schmerz, neue Spannungen und mehr Leiden zu erzeugen.

Die Türkei fürchtet eine Flüchtlingswelle aus Idlid, wo rund drei Millionen Menschen leben. Nach ihrer Niederlage in anderen Landesteilen waren viele Aufständische und ihre Familien nach Idlib gebracht worden.

(SDA)