Schärfere Regeln in Zürcher Clubs nach "Superspreader-Events"

In Zürcher Clubs müssen Besucherinnen und Besucher neu ihre Identitätskarte vorweisen und ihre Handynummer überprüfen lassen. So soll sichergestellt werden, dass Contact Tracing im Falle einer möglichen Corona-Ansteckung möglich ist.
01.07.2020 14:04

Der Kanton Zürich reagiert mit den schärferen Vorschriften auf die bekannt gewordenen Fälle von "Superspreader-Events". Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) gab die Neuerungen am Mittwochnachmittag bekannt.

Zuvor kam es in zwei Zürcher Clubs zu mehreren Ansteckungen mit dem Coronavirus. Falsche Kontaktdaten auf den Besucherlisten erschwerten daraufhin das Contact Tracing massiv. Zahlreiche Besucher gaben offenbar Fantasienamen an, einzelne Gäste des Lokals waren auf der Liste gar nicht verzeichnet.

Ab Freitag müssen die Clubs sicherstellen, dass ihre Gäste die richtigen Namen angeben, indem sie beim Einlass einen Ausweis verlangen. Zudem muss die Handynummer verifiziert werden.

Die Clubs werden zudem dazu verpflichtet, dem Kanton den verantwortlichen Betreiber sowie drei weitere Personen zu nennen, die Zugriff auf die Besucherlisten haben. So soll sichergestellt werden, dass die Gesundheitsdirektion rasch Zugriff auf die Kontaktdaten erhält, falls sich nachträglich herausstellt, dass eine infizierte Person unter den Gästen war.

Der Flamingo Club, in dem es an einem Anlass am 21. Juni zu mehreren Ansteckungen gekommen ist, wird vorerst nicht geschlossen. Der Club hat laut Rickli zugesichert, die neuen Vorschriften einhalten zu können.

(SDA)