Schwedens Königspaar auf den Spuren von Reformation und Revolution

Am Ursprungsort der Reformation, in Wittenberg, geben sich derzeit die Royals die Klinke in die Hand. Nach Dänemarks Königin Margrethe II. machen sich nur eine Woche später Schwedens Monarchen auf den Weg in die Lutherstadt.
08.10.2016 15:14

Royaler Glanz am Ursprungsort der Reformation: Schwedens König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia haben am Samstag die Lutherstadt Wittenberg besucht. Während der zweistündigen Visite mit straffem Programm begrüssten Hunderte Schaulustige das Paar mit viel Beifall.

Vor der berühmten Thesentür an der Wittenberger Schlosskirche standen Kinder des Hundertwasser-Gymnasiums mit blau-gelben Fähnchen Spalier.

Königin Silvia und ihr Mann zeigten sich stark an der Geschichte der Reformation und der friedlichen Revolution von 1989 interessiert - sie im bordeauxfarbenem Kostüm im Chanel-Stil mit farblich abgestimmten Schuhen und kleiner Handtasche, Carl XVI. Gustav im eleganten dunklen Anzug.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte die Ereignisse aus der Wittenberger Geschichte und die Verbindung zur Heimat der Royals. "Schweden war und ist ganz, ganz wichtig für Europa", betonte er.

Erst vor einer Woche war das Gotteshaus mit dem markanten Turm nach mehrjähriger Sanierung wiedereröffnet worden. Zu diesem Anlass waren der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck und die dänische Königin Margrethe II. nach Wittenberg gekommen.

Der Überlieferung nach schlug der Theologe Martin Luther (1483-1546) am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel - sich von Sünden freikaufen zu können - an die Tür der Schlosskirche. Das Ereignis gilt als Beginn der Reformation der Kirche. Es jährt sich am 31. Oktober 2017 zum 500. Mal.

Während der kurzen Visite in der Altstadt von Wittenberg schaute sich das schwedische Königspaar auch die ebenfalls sanierte Stadtkirche an. Dort stand der rebellische Luther im 16. Jahrhundert auf der Kanzel und predigte zum Volk.

In Luthers Heimat Wittenberg entsteht auf Initiative des Weltbundes bis 2017 ein Luthergarten nahe der Schlosskirche mit 500 Bäumen, die von Kirchen unterschiedlicher Konfession weltweit gepflanzt werden, wie Pastor Hans Kasch erläuterte. Wie schon Dänemarks Margrethe II. pflanzte auch der Schwedenkönig dort einen Baum.

Dann verabschiedete Haseloff das Paar in Richtung Leipzig. Die sächsische Messestadt ist die letzte Station ihres viertägigen Staatsbesuchs in Deutschland.

(SDA)