Schweizer Bevölkerung war 2015 etwas weniger spielfreudig

Die Bevölkerung der Schweiz hat sich 2015 etwas weniger spielfreudig gezeigt als noch im Vorjahr: Die Schweizer Lotterien und Wetten setzten im vergangenen Jahr 2,75 Milliarden Franken um. Das entspricht einem Rückgang von rund 4,7 Prozent gegenüber 2014.
01.09.2016 11:42

Damals hatte der Umsatz mit 2,88 Milliarden Franken noch 130 Millionen Franken mehr betragen, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Lotterie- und Wettstatistik des Bundesamtes für Justiz (BJ) hervorgeht.

Im Schnitt gaben die Einwohner und Einwohnerinnen 331 Franken für bewilligte Lottospiele und Sportwetten aus und gewannen durchschnittlich 224 Franken.

Von den insgesamt 2,75 Milliarden Franken, die im Jahr 2015 umgesetzt wurden, flossen 1,86 Milliarden Franken in Form von Gewinnen wieder an die Spieler zurück. Die Differenz bildet der sogenannte Bruttospielertrag. Dieser ging im Vergleich zum Vorjahr um 67 Millionen Franken auf 895 Millionen Franken zurück.

Die beliebtesten Glücksspiele sind nach wie vor die Zahlenlottos "Swiss Lotto" und "Euro Millions", die von Swisslos in der Deutschschweiz und im Tessin und von der Loterie Romande in der Westschweiz angeboten werden.

Rund 99,8 Prozent der Bruttospielerträge wurden im Jahr 2015 durch diese Spielveranstalter erwirtschaftet. Sie schütteten im vergangenen Jahr insgesamt 564 Millionen Franken an die kantonalen Lotterie- und Sportfonds sowie an direkt begünstigte Sportdachverbände aus.

Die übrigen Erträge entfallen auf Kleinlotterien, die von Vereinen zur Finanzierung einzelner Vereinsaktivitäten organisiert werden.

Der Umsatz ging im vergangenen Jahr sowohl bei den Zahlenlotterien als auch bei den Sportwetten und Kleinlotterien zurück. Einen Grund für diesen Rückgang konnte das Bundesamt für Justiz auf Anfrage nicht nennen - auch nicht, ob allenfalls eine Zunahme der illegalen Onlinespiele dafür verantwortlich sein könnte.

Mit Besorgnis stellte die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) in ihrem jüngsten Jahresbericht fest, dass illegale Glücksspiele boomen. Diese Entwicklung sei eine wichtige Ursache für den Rückgang der Bruttospielerträge der Schweizer Casinos, schrieb die ESBK Anfang Juli.

Gerade gegen Onlinespiele, die vom Ausland aus angeboten werden, kann die Spielbankenkommission momentan nichts ausrichten: Es besteht noch keine Möglichkeit, diese zu unterbinden oder zu sanktionieren.

Derzeit wird im Parlament ein neues Geldspielgesetz beraten, mit dem die illegalen Spiele bekämpft werden sollen. Der Bundesrat will gegen illegale Online-Casinos vorgehen, indem solche Websites in der Schweiz gesperrt werden. Zudem sollen legale Geldspiele attraktiver werden, damit die Spieler nicht auf illegale Angebote ausweichen. Casinos sollen deshalb neu selbst Geldspiele im Internet anbieten dürfen.

(SDA)