Schweizer Börse zieht an - UBS-Aktien unter Druck

Die Schweizer Börse ist am Dienstag nach Startschwierigkeiten auf einen Aufwärtstrend eingeschwenkt.
16.05.2017 16:45

Gut aufgenommene Geschäftsbilanzen und unerwartet starke Produktionszahlen der US-Industrie sorgten Händlern zufolge für anziehende Kurse. Der SMI stieg um 0,2 Prozent auf 9128 Zähler. Vorübergehend erreichte der Leitindex bei 9137 Punkten den höchsten Stand seit August 2015.

Getragen wurde der Anstieg vom Index-Schwergewicht Nestle. Die Aktien der Grossbank UBS, die nach einer milliardenschweren Aktienplatzierung unter Abgabedruck gerieten, dämpften den Anstieg. Die Nestle-Titel stiegen um 1,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 82,30 Franken. Europaweit waren Nahrungsmittelwerte gefragt. Der Branchenindex zog 0,7 Prozent an.

Dagegen bremste ein Kursabschlag von 2,2 Prozent auf 16,25 Franken bei der UBS den SMI merklich. Ankeraktionär GIC aus Singapur platzierte rund 93 Millionen Aktien und reduzierte damit seine Beteiligung an der Grossbank auf 2,7 von 5,1 Prozent. Die Titel wurden zu 16,10 Franken je Aktie verkauft, erklärten drei mit der Transaktion vertraute Personen.

Die Anteile der Credit Suisse fielen um 1,7 Prozent. Händler sprachen von Befürchtungen, dass auch bei dem UBS-Rivalen ein grösserer Aktionär seine Beteiligung reduzieren könnte, sollte er mit der Entwicklung seiner Anlage unzufrieden sein.

Die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär verloren 1,1 Prozent.

Uneinheitlich bei meist geringen Kursausschlägen waren die Assekuranztitel. Zurich stiegen um 0,7 Prozent. JPMorgan hat das Kursziel auf 302 Franken erhöht.

Zu den Gewinnern unter den Bluechips zählten die Aktien der Telekomfirma Swisscom, des Inspektionskonzerns SGS, des Personalvermittlers Adecco, des Elektrotehnikkonzerns ABB sowie des SMI-Neuzugangs Sika. Die Anteile des Uhrenherstellers Swatch und des Luxusgüterkonzerns Richemont ermässigten sich um je 0,4 Prozent.

AM breiten Markt rückten die Aktien von Sonova 2,1 Prozent vor. Übernahmen haben das Geschäft des Hörgeräteherstellers angekurbelt. Der Umsatz wuchs im Geschäftsjahr 2016/17 dank des Zukaufs der Handelsfirma Audionova und weiterer Akquisitionen um 15,6 Prozent auf 2,4 Milliarden Franken. Der Gewinn legte lediglich um drei Prozent auf 356,2 Millionen Franken zu. Die organische Wachstumsrate habe die Erwartungen übertroffen, erklärte Vontobel-Analystin Carla Bänziger.

Bei den Pharma-Schwergewichten gaben die Aktien von Novartis 0,3 Prozent nach, während die Genussscheine von Roche um 0,9 vorrückten. Basilea stiegen um 0,8 Prozent.

Am breiten Markt stachen die Aktien von Orascom mit einem Minus von 7,7 Prozent heraus. Das Bau- und Hotelunternehmen halbierte im ersten Quartal den Verlust auf 13 Millionen Franken.

(Reuters)