Schweizerisches Zentrum für Islam und Gesellschaft eröffnet

Das Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft der Universität Freiburg ist am Montag offiziell eröffnet worden. Die Institution möchte zwischen verschiedenen Akteuren der Gesellschaft Brücken bauen und zu einer sachlichen Islamdebatte beitragen.
13.06.2016 20:05

"Die Universität ist stolz darauf, dieses neue Kompetenzzentrum auf nationaler Ebene als Teil ihrer Institution aufzunehmen", sagte Universitätsrektorin Astrid Epiney. Die Universität müsse dazu beitragen, Offenheit und Toleranz zu pflegen.

Nur eine Gesellschaft, in der man zusammen lebe und Unterschiede respektiere, garantiere jedem Einzelnen ein Leben in Würde, sagte sie. Es handle sich um eine grosse Herausforderung, und das Zentrum könne hier einen Beitrag leisten.

Die Schweizerische Hochschulkonferenz stellt für das Zentrum einen Beitrag von 1,6 Millionen Franken während vier Jahren bereit. In diesem Rahmen ergibt sich auch eine neue Zusammenarbeit des Zentrums mit den Universitäten Bern und Luzern sowie mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Der Weg bis zur Eröffnung des Zentrums war ein steiniger, wie der Freiburger Staatsrat Jean-Pierre Siggen in Erinnerung rief.

Die Freiburger SVP wollte das Zentrum mit einer Initiative verbieten - und damit vorsorglich der von ihr befürchteten Ausbildung von Imamen einen Riegel schieben. Das Kantonsparlament stufte den Initiativtext jedoch als verfassungswidrig ein. Die Partei zog den Entscheid im Mai ans Bundesgericht.

Das Zentrum widmet sich der Forschung und interreligiösen Fragen. Imame würden dort keine ausgebildet, betonte Siggen. Vielmehr soll die Institution zur öffentlichen Debatte beitragen und sie mit wissenschaftlichen Ansätzen bereichern.

Das Zentrum hat bereits 2015 seine Arbeit aufgenommen. Mit der Eröffnung am Montag wird nun die Aufbauphase abgeschlossen.

(SDA)