Schwergewicht Roche bremst Erholung an Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Montag nach einem festeren Start im Verlauf den Schwung verloren und die Kursgewinne wieder eingebüsst.
04.06.2018 16:50

Der SMI notierte mit 8620 Punkten praktisch unverändert gegenüber dem Schlussstand vom Freitag. Zunächst war der Leitindex bis 8668 Zähler gestiegen. Aus charttechnischer Sicht kläre sich das Bild erst über 8700 SMI-Punkten wieder auf, sagte ein Börsianer. "Dort ist ein starker Widerstand."

Die Stimmung sei ambivalent, sagten Händler. Einerseits stärkten die unerwartet guten US-Arbeitsmarktdaten die Hoffnungen auf eine weiterhin brummende Wirtschaft. Sie heizten aber auch die Spekulationen auf höhere Zinsen an. Die Krise in Italien habe sich durch die neue Regierung vorübergehend beruhigt. Getrübt bleibe die Stimmung wegen des Handelsstreits der USA mit den grössten Wirtschaftsblöcken der Welt, in dem US-Präsident Trump unnachgiebig bleibt.

Gebremst wurde der Markt von den Kursverlusten der schwergewichtigen Pharmatitel. Roche sackten um 1,3 Prozent ab und Novartis ermässigten sich um 0,1 Prozent.

Die beiden Arzneimittelhersteller veröffentlichten am Krebsmediziner-Kongress ASCO in den USA zahlreiche Studienergebnisse, die aber keinen kursstützenden Einfluss hatten. Zudem empfahl am Freitag ein Expertenausschuss der EU-Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung des Novartis-Medikaments Aimovig gegen Migräne und die EU-Kommission gab die Roche-Arznei Perjeta zur nachoperativen Behandlung einer Form von Brustkrebs im Frühstadium zum Verkauf frei.

Die Aktie des Lebensmittelkonzerns Nestle legte 0,3 Prozent zu und gab dem Markt eine gewisse Stütze. Mit den um ein Prozent höher bewerteten Swisscom-Aktien und den Titeln des Pharmazulieferers Lonza reihten sich weitere als defensiv taxierte Werte unter die Gewinner.

Gefragt waren Bankaktien, die in der Vorwoche im Zusammenhang mit den politischen Wirren um Italien und Spanien unter die Räder gekommen waren. "Die Abgaben waren übertrieben stark", sagte ein Händler. Die Anteile der Credit Suisse und der UBS zogen 0,3 und 0,9 Prozent an. Julius Bär zogen um ein Prozent an. Händler verwiesen auf die im Markt kursierenden Fusionsspekulationen. Der "Financial Times" zufolge spielt die italienische Unicredit einen Zusammenschluss mit dem französischen Geldhaus Societe Generale durch. In England legten die CYBG-Aktien zu, nachdem das Geldhaus die Offerte für die Bank Virgin Money erhöht hat.

Auch Titel von Versicherern waren im Aufwind.

Die Aktien von Richemont legten 0,8 Prozent zu. Der Luxusgüterhersteller verkauft die Ledermarke Lancel an den italienischen Aktentaschenproduzenten Piquadro. Bereits am Freitag kündigte der Genfer Konzern an, die britische Firma Watchfinder.co.uk zu übernehmen. Damit soll das Geschäft mit gebrauchten Uhren ausgebaut werden. Die Aktien von Rivale Swatch stiegen um 0,2 Prozent.

Am breiten Markt sanken die volatilen Aktien von Meyer Burger um 5,3 Prozent. Die Anteile von Aryzta büssten 1,8 Prozent auf 15,19 Franken ein. UBS hat das Kursziel für den Backwarenhersteller auf 15,50 von 23,50 Franken gesenkt.

Die Aktien von Bell gaben bei hohen Umsätzen drei Prozent auf 312,50 Franken nach. Credit Suisse hat im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung des Fleischverarbeiters das Kursziel auf 300 von 314 Franken gesenkt. Die Empfehlung lautet "Underperform". Bell übernimmt den Lebensmittelhersteller Hügli.

Die Aktien von Logitech rückten um 1,2 Prozent vor und markierten bei 41,48 Franken den höchsten Stand seit Ende Dezember 2007. "Möglicherweise hat der eine oder andere Anleger auf die Kaufempfehlung in der "SonntagsZeitung" Logitech erworben", sagte ein Händler.

(Reuters)

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