Schwierige Gespräche von Putin und Erdogan über Idlib

Die Präsidenten Russlands und der Türkei haben am Montag erneut über die bedrohliche Lage in der syrischen Rebellenhochburg Idlib beraten. Es gehe um viele und sehr schwierige Fragen, sagte Wladimir Putin bei dem Treffen mit Recep Tayyip Erdogan.
17.09.2018 18:24

Es gehe darum, Lösungen zu finden, "wo es bislang keine gibt", sagte Putin. Die Beratungen der Delegationen gingen auch nach dem offiziellen Ende des Präsidententreffens weiter.

Der Streit über Idlib belastet das Verhältnis zwischen Moskau und Ankara, die sich ansonsten bemühen, gute Partner zu sein. Russland unterstützt einen Vormarsch der syrischen Armee in das letzte grosse von Islamisten und syrischen Oppositionellen beherrschte Gebiet.

Die Türkei ist Schutzmacht der syrischen Opposition und will ein Blutbad nahe ihrer Grenze verhindern. Sie befürchtet eine neue Fluchtwelle von syrischen Zivilisten. Ausserdem hat die Türkei selbst Soldaten auf Beobachtungsposten rund um Idlib stationiert.

Erdogan sagte vor dem Treffen, er setze grosse Hoffnungen darauf. "Ich glaube daran, dass im Moment nicht nur die Region, sondern die Welt heute auf Sotschi schaut", sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge.

Bei einem Dreiergipfel mit dem Iran am 7. September in Teheran hatte Putin Erdogans Forderung nach einer Waffenruhe für Idlib abgebügelt. Die russische Luftwaffe greift seit Tagen immer wieder angebliche Stellungen von Terroristen in der Region an.

(SDA)