Schwingergemeinde pilgert nach Estavayer-le-Lac

Mit einem farbenfrohen Spektakel ist am Freitag das 44. Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Estavayer-le-Lac eröffnet worden. Trachten und Traditionen prägten die Feier. Unbestrittene Hauptakteurin am Eröffnungstag war aber die Sonne.
26.08.2016 19:14

Bei wunderschönstem Sommerwetter ging am Nachmittag im Städtchen Estavayer der Fahnenempfang über die Bühne. Dann begann sich das 90 Hektar grosse Festgelände auf dem Flugplatz von Payerne allmählich zu füllen.

Schon fast unerbittlich brannte die Sonne auf das baumlose Festgelände. Wohl selten machten Sennenkutten, Trachten aus gutem Tuch oder Edelweisshemden wärmer als am Freitag.

Bei Temperaturen von weit über 30 Grad suchten die Besucher vor allem eines: Schatten und etwas Kühles zu trinken. Grossandrang herrschte dementsprechend vor Getränke- und Glacéständen.

Die Wärme sorgte für Bierlaune und so erscholl am einen oder anderen Ort schon Nachmittags, was bei weniger Hitze und Bier wohl durchaus als passabler Jodelgesang durchgegangen wäre.

Wer konnte, verbrachte die Zeit unter Sonnenschirmen oder in Festzelten. Diverse Wassersprüher sorgten auf dem Festgelände für ein bisschen Abkühlung.

Die Hitze bescherte auch den Sanitätern Arbeit. Mehrere Dutzend Personen mussten behandelt werden. Schlimme Fälle waren aber keine darunter, wie es bei der Freiburger Kantonspolizei hiess.

Gegen Abend kam dann endlich ein bisschen kühlender Wind auf. Geschätzte 40'000 Personen waren am Freitag nach Angaben der Freiburger Kantonspolizei auf dem Festgelände. Das farbenfrohe Eröffnungsspektakel lockte mehrere zehntausend Zuschauer an. Die über 52'000 Personen fassende Arena war gut besetzt, einzig die Sonnenplätze waren für einmal nicht sonderlich begehrt.

Die Feier zelebrierte die Vielfalt der Kultur und Traditionen im zweisprachigen Kanton Freiburg. Selbst der "Röschtigraben" fand Niederschlag in der charmant deutsch-welsch präsentierten Feier.

Die über tausend Akteurinnen und Akteure stellten unter anderem die neuen Poyabrücke dar oder erinnerten an die Glasbläsertradition.

Nicht fehlen durften die Sennen in ihrem "Bredzon", der Greyerzer Sennenkutte. Mit wunderschön geschmückten und treichelbehangenen Kühen wurde ein Alpabzug gestaltet und vom Publikum mit einer "Standing Ovation" bedacht. Sangesfreudig erwies sich das Publikum als der Freiburger Kuhreihen "Ranz des vaches" erklang.

Auch das Sägemehl in den sieben Ringen spritzte ein erstes Mal auf. Im Rahmen der Eröffnungsfeier kämpften an die dreissig Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung gegen einander. Die Gruppe hatte in den vergangenen Monaten das Schwingen unter kundiger Anleitung erlernt. Der Applaus des Publikums war ihnen sicher.

Im Verlauf des Nachmittags kam es zu ersten Verkehrsstaus auf den Anreiserouten zum Fest. Das grosse Verkehrschaos blieb allerdings noch aus. Der Hauptansturm an Besuchern wird allerdings erst für Samstag und Sonntag erwartet. Die Organisatoren raten zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Mehrheit der Festbesucher reist aus der Deutschschweiz an. Ebenso eine Mehrheit wird dies mit dem Auto tun, trotz Sonderzügen und Bussen Von den Anreisebahnhöfen in der Region verkehren Shuttle-Busse zum Festgelände.

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest findet alle drei Jahre statt und ist mittlerweile der grösste Sportanlass des Landes. Damit verbunden ist auch ein grosses Volksfest mit Konzerten und Unterhaltung. Erwartet werden bis am Sonntag rund 250'000 Besucherinnen und Besucher.

Das Fest wird von hunderten von Medienschaffenden aus dem In- und auch einigen aus dem Ausland begleitet.

Sportlich wurde das "Eidgenössische" am Freitagmittag mit den Hornusserwettkämpfen eröffnet. Bereits ab Mittag standen die ersten Mannschaften im Ries. Am Samstag werden die Schwinger erstmals zusammengreifen.

Am Sonntag wird im Schlussgang der Schwingerkönig ermittelt. Auf ihn wartet der stattliche Siegermuni und mutmasslich noch etwas stattlichere Werbeverträge.

(SDA)