Zu den Beratungen war nach Angaben des gastgebenden estnischen Regierungschefs Kristen Michal auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron per Video zugeschaltet. «Wir werden weiter an der Seite der Ukraine stehen, solange bis ein gerechter und dauerhafter Frieden erreicht ist», betonte Michal im Namen der NB8. Zur Staatengruppe gehören Schweden, Finnland, Norwegen, Island, Dänemark, Estland, Lettland und Litauen.

Die nordischen und baltischen Staaten zählen zu den engsten Partnern der Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion wehrt. Gemeinsam haben die acht Länder, von denen fünf an Russland grenzen, nach Angaben der estnischen Staatskanzlei bislang Hilfe im Wert von mehr als 42 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Gemessen an der Bevölkerungsgrösse sei dies der weltweit höchste Beitrag pro Kopf.

Wiederholte Vorfälle mit ukrainischen Drohnen

Ein weiteres Gesprächsthema war die Verhinderung von Vorfällen mit einfliegenden Drohnen. Im Zuge des Ukraine-Krieges sind bei Angriffen wiederholt fehlgeleitete ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten und auch Finnlands eingedrungen und teils abgestürzt. Kiew hatte mit ihnen Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen.

Estland war das erste Land im Baltikum, in dem Nato-Kampfjets eine eingeflogene Drohne abgeschossen hatten, am Montag wurde auch über Lettland ein unbemannter Flugkörper vom Himmel geholt. Beide Länder schlossen am Rande des Gipfels jeweils Abkommen mit der Ukraine zu einer stärkeren Zusammenarbeit bei der Drohnenabwehr.

«Wir müssen unseren Luftraum schützen. Und wie das geht, weiss niemand besser als die Ukraine», sagte der lettische Regierungschef Andris Kulbergs. Die Ukraine gilt im fünften Jahr des Abwehrkampfes gegen Russland als ein weltweit führendes Land im Drohnenkampf./awe/DP/men

(AWP)