Siebenjährige Haftstrafe für VW-Manager in den USA

Wegen Vertuschung der Abgasmanipulationen bei Volkswagen ist ein Manager des Konzerns in den USA zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden.
07.12.2017 00:31

Wie ein Sprecher des Bundesgerichts in Detroit mitteilte, wurde gegen Oliver S. am Mittwoch ausserdem eine Geldstrafe von 400'000 Dollar verhängt.

Der 48-Jährige hatte sich im August der Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten sowie des Verstosses gegen das Luftreinhaltegesetz schuldig bekannt. Ansonsten hätte ihm womöglich eine noch deutlich härtere Strafe gedroht.

Der VW-Manager befindet sich seit Anfang Januar in den USA in Untersuchungshaft. Er war während eines Urlaubs im US-Bundesstaat Florida festgenommen worden. Seine bisherige Haftzeit wird ihm den Gerichtsangaben zufolge auf seine Strafe angerechnet.

S. arbeitete von 2012 bis Anfang 2015 in der VW-Niederlassung in Auburn Hills im Bundesstaat Michigan, danach kehrte er in die Wolfsburger Konzernzentrale in Deutschland zurück. Bei zwei Gesprächen mit Vertretern der kalifornischen Umweltbehörde Carb verschwieg er bewusst die Existenz der Software, mit der Volkswagen die Emissionswerte bei Dieselfahrzeugen nach unten manipulierte.

Der 48-jährige Oliver S. hatte sich im August aufgrund einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft der Verschwörung zum Betrug an den USA sowie des Verstosses gegen das Luftreinhaltegesetz schuldig bekannt.

Er wusste nach eigenem Eingeständnis seit dem Sommer 2015, dass die Emissionswerte von Stickoxid mittels einer Software nach unten manipuliert wurden.

Im Gegenzug liessen die Bundesanwälte damals mehrere weitere Anklagepunkte fallen, womit S. eine womöglich noch deutlich höhere Strafe erspart blieb. Gestrichen wurde unter anderem der Vorwurf des betrügerischen Einsatzes von Telekommunikationsmitteln, für den allein ihm eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren gedroht hätte.

Verteidiger David DuMouchel versuchte am Mittwoch, für S. eine relativ milde Strafe von 40 Monaten Haft und 100'000 Dollar Geldzahlung zu erreichen. Er argumentierte unter anderem damit, dass S. aus fehlgeleiteter "Loyalität" zu seinem langjährigen Arbeitgeber gehandelt habe - fand damit bei Richter Cox aber kein Gehör.

Die US-Justiz hat wegen der Manipulationen noch fünf weitere VW-Manager angeklagt, die sich aber ausserhalb der USA aufhalten. Da Deutschland seine Staatsbürger nicht an andere Länder ausliefert, befinden sie sich bei einem Aufenthalt in ihrem Heimatland ausserhalb des Zugriffs der US-Justiz.

Ausserdem wurde im August der VW-Ingenieur James L. zu 40 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 200'000 Dollar verurteilt.

(SDA)