SMI rutscht unter 9000 Punkte

Die Schweizer Börse hat am Freitag nach einem festeren Start die Gewinne wieder preisgegeben.
21.09.2018 17:36

Gewinnmitnahmen und verfallsbedingte Transaktionen hätten den Anstieg gedämpft, sagten Händler. Zusätzlich lastete der anziehende Franken auf dem Markt und die Hoffnung auf eine baldige Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China habe sich im Verlauf rasch wieder verflüchtigt. Der SMI notierte mit 8995 Punkten um 0,1 Prozent im Minus.

Der grosse Quartalsverfall an der Eurex sorgte für überdurchschnittliche Umsätze. Beim sogenannten Hexensabbat laufen Optionen und Futures auf Indizes und Einzelaktien aus. Dabei kommt es manchmal zu heftigen Kursausschlägen, weil Anleger die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.

Gewinner und Verlierer hielten sich bei den Bluechips in etwa die Waage. Ein klarer Trend ergab sich laut Händlern aber nicht. Bei den Banken waren die Aktien der Credit Suisse um 0,2 Prozent im Plus, während UBS sich um 0,2 Prozent abschwächten. Der Vermögensverwalter Julius Bär gewann 0,5 Prozent. Die Versicherer legten dagegen bis zu einem Prozent zu. Nach der jüngsten Kurskorrektur und angesichts der gestiegenen Anleihenrenditen beurteilten Händler die Aussichten für Aktien von Banken und Versicherungen als gut. "Höhere Zinsen bedeuten auch höhere Erträge", sagte ein Börsianer.

Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen ist deutlich über drei Prozent gestiegen und hat nach Ansicht von Händlern die charttechnische Widerstandszone um drei Prozent nach oben durchbrochen. "Und der Trend dürfte anhalten und sich auch auf die europäischen Obligationenmärkte auswirken", sagte ein Händler.

Kommenden Mittwoch wird die US-Notenbank Fed nach Meinung der meisten Ökonomen den Leitzins ein weiteres Mal um 25 Basispunkte erhöhen.

Bei den zyklischen Werten lagen die Titel des Zementherstellers LafargeHolcim, des Sanitärtechnikkonzerns Geberit und des Bauchemiekonzerns Sika im Angebot. Der Elektrokonzern ABB und die Inspektionsfirma SGS gewannen dagegen an Wert.

Die Aktien der Luxusgüterproduzenten Richemont und Swatch wurden 0,4 und 0,6 Prozent höher gehandelt. "Eine Entspannung im Handelsstreit würden den Exportfirmen Aufwind geben", sagte ein Händler.

Weiter unter Abgabedruck standen die Aktien von Adecco, die um weitere 0,8 Prozent nachgaben. Die Aktie des Personaldienstleisters hat seit dem Investorentag am vergangenen Mittwoch deutlich an Wert eingebüsst.

Bei den als krisenresistent geltenden Schwergewichten büssten die Aktien des Pharmakonzerns Novartis 0,1 Prozent ein. Rivale Roche wurde leicht höher gehandelt. Nestle wiederum verlor 0,3 Prozent. Nestle will sich von der Hautpflege-Sparte trennen, deren Buchwert laut Angaben der ZKB rund 7,6 Milliarden Franken beträgt.

Am breiten Markt rutschten die Aktien von Asmallworld nach einem kräftigen Kursgewinn im frühen Handel mit 0,9 Prozent ins Minus. Das soziale Netzwerk ist eine Partnerschaft mit Jumeirah Hotels & Resorts eingegangen.

Einzelne arg gebeutelte Aktien aus dem Technologiebereich setzten zu einer Erholung an: Meyer Burger gewannen 16,1 Prozent und U-blox rückten um 3 Prozent vor. Die Aktien von Sensirion dagegen sackten wegen Gewinnmitnahmen um 6,1 Prozent ab.

(Reuters)