Solidar-Suisse prangert Arbeitsbedingungen mit Protest-Barbie an

Eine Protest-Barbie hat am Dienstag auf Onlineshops und in der Zürcher Bahnhofstrasse die Arbeitsbedingungen in chinesischen Spielzeugfabriken angeprangert. Hinter der Aktion steckt die Entwicklungsorganisation Solidar Suisse.
15.11.2016 15:42

Überstunden, kein Schutz vor Giften am Arbeitsplatz und Tiefstlöhne: Unter solchen Bedingungen werden in chinesischen Fabriken Spielzeuge wie Barbiepuppen hergestellt. Das zeigt ein Report von China Labor Watch im Auftrag von Solidar Suisse.

Die Kritik von Solidar Suisse gilt in erster Linie den grossen Spielwarenkonzernen wie der Barbie-Herstellerin Mattel. An Weihnachten klingelten in der Spielzeugbranche die Kassen, schreibt die Entwicklungsorganisation in einer Mitteilung vom Dienstag. Doch die Hälfte der Spielwaren, die in der Schweiz unter dem Christbaum lägen, würden in China meist unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt.

Dagegen liess Solidar Suisse am Dienstagmorgen Frauen in der Zürcher Bahnhofstrasse in pinken Verkaufsboxen protestieren. Auf Kopien von Amazon- und Galaxus-Onlineshops erschien zudem ebenfalls eine Barbie. Sie alle sammelten Unterschriften für die Petition "Fair Toys". Am Dienstagnachmittag zeigte der Zähler auf den Onlineshops 1560 Unterschriften an.

Mit der Petition fordert Solidar Suisse Mattel auf, Verantwortung für die gesamte Lieferkette zu übernehmen und faire Arbeitsbedingungen zu garantieren. Der Konzern stehe dabei stellvertretend für die ganze Spielwarenindustrie, die in China produziert, schreibt die Organisation.

Der Appell richtet sich zudem an die Vertriebskette und insbesondere an grosse Online-Shops wie Amazon und Galaxus. Bereits bei einer minimalen Erhöhung des Preises um 0,05 Prozent könne der Fabriklohn verdoppelt werden, rechnet Solidar Suisse vor. Bei Barbie für 30 Franken wären das weniger als 2 Rappen.

Zusammen mit China Labor Watch fordere Solidar Suisse einen Lohn, der zur Existenzsicherung reicht, unabhängige Kontrollen in den Fabriken und Beschwerdemöglichkeiten für die Arbeitnehmenden. Die Unterschriften sollen Mattel am 15. Dezember am europäischen Hauptsitz in Amsterdam übergeben werden.

(SDA)