Sozialdemokratischer Herausforderer gesteht Niederlage ein

Die konservative norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg kann weiter regieren. Ihr bürgerliches Bündnis lag bei der Wahl in der Nacht auf Dienstag nach Auszählung von fast 90 Prozent der Stimmen mehrere Sitze vor dem rot-grünen Lager.
12.09.2017 00:48

Grosser Verlierer ist die sozialdemokratische Arbeiterpartei von Herausforderer Jonas Gahr Støre. Doch auch alle bisherigen Regierungsparteien verlieren an Zustimmung, während die kleinen Oppositionsparteien klar gewinnen.

"Wir haben die Unterstützung für vier weitere Jahre bekommen", sagte Solberg unter lautem Jubel ihrer Partei. Die 56-Jährige ist seit vier Jahren Ministerpräsidentin in Norwegen. In dieser Zeit habe die Regierung schwierige Herausforderungen bewältigt und ihre Versprechen gehalten, betonte sie.

Støre gestand seine Niederlage ein und gratulierte Solberg. Das Ergebnis sei eine "grosse Enttäuschung". "Wir werden zurückkommen und die Tagesordnung in diesem Land bestimmen", versprach er.

Solberg führte in den vergangenen vier Jahren eine Minderheitsregierung aus ihrer konservativen Høyre und der rechtspopulistischen Fortschrittspartei. Geduldet wurde die Koalition von der christlichen KRF und der liberalen Venstre. Diese Zusammenarbeit wolle sie fortsetzen, sagte Solberg. Minderheitsregierungen sind in Norwegen üblich.

Für eine Mehrheit sind im norwegischen Parlament Storting 85 Mandate nötig. Solbergs bürgerliches Bündnis kommt nach Zahlen vom Montagabend auf 88 Sitze. Das von Støre angestrebte Bündnis von Arbeiterpartei, Zentrumspartei und Sozialistischer Linkspartei kann mit Unterstützung von Grünen und Sozialisten mit 81 Sitzen rechnen. Ein offizielles Auszählungsergebnis wurde erst am Dienstag erwartet.

Insgesamt werden neun Parteien im norwegischen Storting sitzen. Die christliche KRF und die liberale Venstre, wahrscheinliche Partner von Solbergs Regierung, lagen hauchdünn an der Vier-Prozent-Hürde. Die Grünen und die Sozialisten schaffen sie nicht. Das bedeutet in Norwegen nicht, dass eine Partei den Einzug ins Parlament verpasst. Wer unter der Grenze bleibt, bekommt allerdings deutlich weniger Mandate - ein Unterschied, der knappe Mehrheiten noch kippen kann.

(SDA)