Bank braucht neues Kapital - Das sagen Börsianer zur Kapitalerhöhung der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank will sich mit zehn Milliarden Euro frischem Kapital fit für die Zukunft machen, die Aktie bricht am Montag ein. Die Reaktion der Marktteilnehmer.
06.03.2017 09:14
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Bild: cash

Acht Milliarden Euro soll die Ausgabe neuer Aktien einbringen, zwei weitere der Teil-Börsengang der Vermögensverwaltung. Darüber hinaus kündigte das Geldhaus die vollständige Wiedereingliederung der Postbank an und stellte trotz Milliardenverlust eine Dividende in Aussicht. Zur Eröffnung brachen die Titel der Deutschen Bank um bis zu 6,9 Prozent auf 17,82 Euro ein.

INGO FROMMEN, LBBW

"Wir gehen davon aus, dass die Großaktionäre die Kapitalerhöhung zeichnen werden. Auch scheint uns das Umfeld ausreichend stabil, um zu erwarten, dass die Maßnahme erfolgreich durchgeführt werden kann. Allerdings liegen weitere schwierige Umbaujahre vor der Deutschen Bank." Die Neuausrichtung des Instituts sei kein Selbstläufer.

KIAN ABOUHOSSEIN, JPMORGAN CAZENOVE

"Wir betrachten dies als Schritt in die richtige Richtung und behalten unsere Einstufung 'Neutral' und das Kursziel von 17 Euro bei. Notwendig sind noch weitere Details zu den notwendigen Einsparungen und zur Re-Integration der Postbank, sollte dies zu niedrigeren Refinanzierungskosten für die Gruppe führen."

HEINO RULAND, RULAND RESEARCH

"Das ist irritierend, da man bislang davon ausgegangen ist, dass die Deutsche Bank es ohne Kapitalerhöhung schafft. John Cryan hatte vor nicht allzu langer Zeit noch gesagt, dass sie nur im äußersten Notfall neue Aktien ausgeben wollen. Dies scheint nun der äußerste Notfall zu sein.

Die personellen Veränderungen sind positiv, da Christian Sewing intern und Marcus Schenck bei institutionellen Investoren hohe Reputation genießen. Die Re-Integration der Postbank ist eine Verzweiflungstat, weil sie dafür kein Geld bekommen würden."

STEFAN DE SCHUTTER, ALPHA WERTPAPIERHANDEL

"Der hohe Abschlag zum aktuellen Kurs spricht Bände. Es ist schon die vierte Verwässerung in wenigen Jahren. Anleger müssen jetzt erstmal überlegen, ob sie da noch mitziehen. Ob die Kapitalerhöhung von Erfolg gekrönt ist, muss man sehen.

Es geht nicht darum, ob die Kapitalerhöhung gut ist oder schlecht, sie ist eine Notwendigkeit. Die Deutsche Bank braucht das Geld, um ihre Kapitalbasis zu stärken.

Die Frage ist, ob das jetzt die letzte Kapitalerhöhung ist oder ob die Bank in wenigen Jahren schon wieder etwas braucht. Bisher hat keine der Umbaumaßnahmen gefruchtet."

(Reuters)