Staus auf Schweizer Nationalstrassen 2016 mit neuer Rekorddauer

Mehr Verkehr, mehr Unfälle: Die Zahl der Staustunden auf Autobahnen hat 2016 einen neuen Höchststand erreicht. Einzig wegen Baustellen gab es weniger Stillstand. Mit Sofortmassnahmen will der Bund für Abhilfe sorgen.
22.06.2017 12:32

Insgesamt staute sich der Verkehr auf Schweizer Nationalstrassen vergangenes Jahr während 24'066 Stunden. Das sind rund 1200 Stunden oder 5,4 Prozent mehr als 2015, wie das Bundesamt für Strassen (ASTRA) am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahr hatte das Plus sogar 6,1 Prozent betragen.

Die Zunahme der Staustunden geht einher mit dem stetig wachsenden Verkehr. 2016 nahm die Fahrleistung um 2,4 Prozent zu. Verkehrsüberlastung bleibt denn auch die häufigste Ursache für Stockungen auf Autobahnen. Fast neun von zehn Staustunden (88 Prozent) gehen auf ihr Konto.

Unfälle waren vergangenes Jahr für jede zehnte Staustunde verantwortlich. Erstmals nach vielen Jahren verlängerte sich die Dauer von unfallbedingten Staus wieder, und zwar um 6,9 Prozent. Sehr viele Verkehrsunfälle ereignen sich gemäss ASTRA im Feierabendverkehr, meist wegen zu nahem Aufschliessen und Unaufmerksamkeit.

Der rückläufige Trend bei den Staustunden wegen Baustellen setzte sich hingegen fort. Sie verringerten sich auf noch knapp 360 Stunden, was 1,5 Prozent der Gesamtstauzeiten entspricht. Das ASTRA sieht sich damit in seinen Bemühungen bestätigt, die Arbeiten vorwiegend auf verkehrsarme Zeiten zu verlegen.

Um den Verkehr flüssig zu halten, setzt das Amt zudem auf gezielte Ausbauten und ein besseres Verkehrsmanagement. Aktuell laufen rund zwanzig Projekte zur Engpassbeseitigung. Dazu gehören die Kapazitätserweiterung am Nordring Zürich (A1) sowie die Verlängerung mehrerer Autobahnanschlüsse.

Durch den direkten Zugriff auf die Daten der kantonalen Systeme soll zudem die Verkehrsmanagement-Zentrale des ASTRA die bestehenden Autobahnen besser bewirtschaften können. Zudem werden im Herbst auf den Abschnitten Muri-Thun (A6) und beim Anschluss Buchrain-Verzweigung Rütihof (A14) Anlagen für eine flexible Geschwindigkeitsregelung installiert.

Im Kampf gegen die Staus nutzt das ASTRA seit Anfang Jahr Wechseltextanzeigen, um den Verkehrsteilnehmenden entsprechende Verhaltenstipps anzuzeigen. Künftig soll schweizweit auch eine raschere Räumung von Unfallstellen mithelfen, Verkehrszusammenbrüche zu vermeiden.

(SDA)