Stickstoff Ursache für Salzwasserfontäne aus Bohrloch in Muttenz BL

Angesammelter Stickstoff war Mitte Juni verantwortlich für eine Salzwasserfontäne aus einem stillgelegten Bohrloch in Muttenz BL. Das haben Untersuchungen der Schweizer Salinen AG gezeigt.
25.09.2017 16:38

Der Stickstoff hatte ungeplant Wirkung entfaltet, weil es in einem Hohlraum beim Bohrloch zu einem Abbruch kam, wie in einer Mitteilung der Gemeinde Muttenz und der Schweizer Salinen AG vom Montag zu lesen ist: Der Stickstoff entwich ins Bohrloch, was ein Aufströmen und Mitreissen von Sole bewirkte. Mit der rund 25 Meter hohen Fontäne beim Wartenberg habe sich darauf der Druck im Bohrloch entladen.

Stickstoff wird beim Salzabbau eingesetzt. Wird ein Bohrloch stillgelegt, wird er wieder abgelassen. Im betroffenen Bohrloch war jedoch ein Teil davon in jenem Hohlraum zurückgeblieben, wie es weiter heisst. Zum Zeitpunkt des Abbruchs war das seit mehreren Jahren stillgelegte Bohrloch gemäss der Schweizer Salinen AG zudem nicht fest verschlossen, weil Messungen geplant waren.

An den Untersuchungen im Auftrag der Schweizer Salinen AG waren unter anderem deutsche Bergbau-Experten sowie Geologen und Hydrologen beteiligt. Durchgeführt wurden etwa Echolotvermessungen. Zudem wurden Luftproben entnommen und das Bohrloch mit einer Kamera in Augenschein genommen.

Nach dem spektakulären Zwischenfall passt nun die Schweizer Salinen AG ihre Überwachungs- und Notfallkonzepte an: Alle umliegenden Bohrlöcher wurden mit einem Flansch verschlossen. Zudem wurden Druckmesser angebracht sowie Ventile, damit vor dem Öffnen möglicher Druck kontrolliert abgelassen werden kann.

Der Zwischenfall beim alten Bohrloch im Gebiet Sulz auf Boden von Muttenz BL war am 13. Juni geschehen. Ausgeflossen waren dabei gemäss damaligen Polizeiangaben rund 1000 Kubikmeter Salzwasser. Dies schädigte die Umwelt in der Umgebung sowie den Dorfbach, in dem auch zahlreiche Fische starben. Das beschädigte Kulturland wurde in der Folge ersetzt.

(SDA)