Strasse bei Payerne muss 24-Stunden-Luftpolizeidienst weichen

Damit die Schweizer Luftwaffe auch ausserhalb der Bürozeiten einsatzfähig sein kann, muss beim Militärflugplatz Payerne eine Strasse aufgehoben werden. Das Verteidigungsdepartement will der Gemeinde Morens die Strasse für 1,3 Millionen Franken abkaufen.
07.06.2016 00:44

Schnellster Weg um von Morens FR nach Payerne VD zu gelangen, ist heute eine Strasse über den Militärflugplatz. Offen ist sie ausserhalb der Betriebszeiten, hauptsächlich über die Mittagszeit und am Abend. Wird aber der permanente Luftpolizeidienst eingeführt, sei das nicht mehr machbar, teilte das Departement für Verteidigung (VBS) am Montagabend mit.

Im Notfall muss ein Kampfjet innerhalb von 15 Minuten aufsteigen können. Weil zuvor die Piste kontrolliert und gegebenenfalls gereinigt wird, muss die Strasse jederzeit innert kürzester Zeit geschlossen werden können. Das VBS hält es deshalb für zweckmässiger, die Strasse dauerhaft zu schliessen.

"Nach langen Verhandlungen" habe das VBS dem Gemeinderat nun ein Kaufangebot unterbreitet, hiess es weiter. Das Angebot über 1,3 Millionen Franken berücksichtige, dass Einwohner von Morens ohne die Strasse künftig einen Umweg von mehreren Kilometern nach Payerne in Kauf nehmen müssen. Die Schliessung wird auf Anfang 2017 angestrebt.

Dass die Schweizer Luftwaffe nur zu Bürozeiten eingreifen kann, hat schon in den internationalen Medien für Spott gesorgt. Bis 2020 soll die Luftwaffe rund um die Uhr mit zwei Jets einsatzbereit sein. Dafür benötigt die Armee nach eigenen Angaben 100 zusätzliche Stellen und rechnet mit jährlichen Kosten von 30 Millionen Franken. Die Flugsicherung Skyguide stellt 16 neue Flugverkehrsleiter an.

(SDA)