Gekaufte Politik - Wall Street gibt Rekordsumme für Lobby-Arbeit aus

Die US-Finanzbranche hat einer Studie zufolge in der Hoffnung auf eine Aufweichung der Regulierung Rekordsummen in die Lobby-Arbeit gesteckt.
09.03.2017 13:15
Die Wallstreet-Banken greifen für Lobbyarbeit in der US-Politik tief in die Tasche.
Die Wallstreet-Banken greifen für Lobbyarbeit in der US-Politik tief in die Tasche.
Bild: Bloomberg

In den vergangenen zwei Jahren habe der Sektor insgesamt zwei Milliarden Dollar für politische Aktivitäten ausgegeben, zeigte eine Untersuchung der Interessengruppe Americans for Financial Reform. Darin seien 1,2 Milliarden Dollar an Wahlkampfspenden enthalten. Auf jedes Kongress-Mitglied seien so rechnerisch 3,7 Millionen entfallen. Das sei der höchste Wert seit Beginn der Statistik 1990. Die Lobby-Ausgaben von Wells Fargo, Citigroup, Prudential Financial und Goldman Sachs hätten jeweils mehr als zehn Millionen Dollar betragen.

Die Wall Street macht sich dafür stark, dass die im Zuge der weltweiten Finanzkrise verschärften Auflagen zurückgefahren werden. Würden die Forderungen erfüllt, könnten schätzungsweise bis zu 218 Milliarden Dollar frei werden, die an Aktionäre weitergereicht oder in den Banken investiert werden könnten. Die Branche hatte dabei insbesondere auf Erfolge der Republikaner gehofft. Nach seinem Wahlsieg hat der neue Präsident Donald Trump bereits angekündigt, die Regulierung teilweise zurückzudrehen.

Die Experten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die grossen Geschäftsbanken deutlich von den Änderungen profitieren werden, die Trump und der republikanisch dominierte Kongress voraussichtlich auf den Weg bringen werden. Es sei aber unwahrscheinlich, dass die unter dem Schlagwort Dodd-Frank bekanntgewordene Finanzreform komplett rückgängig gemacht werde. 

(Reuters)