Südkoreas Ex-Präsidentin formell wegen Bestechlichkeit angeklagt

Südkoreas Ex-Präsidentin Park Geun Hye ist offiziell wegen Bestechlichkeit angeklagt worden. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, muss sie sich unter anderem wegen Bestechlichkeit, Nötigung, Amtsmissbrauchs und der Verletzung von Staatsgeheimnissen verantworten.
17.04.2017 10:17

Park war am 10. März wegen eines Korruptionsskandals endgültig ihres Amtes enthoben worden. Vor zweieinhalb Wochen wurde sie verhaftet, am Montag wurde formell Anklage erhoben.

Park stürzte über eine Korruptionsaffäre ihrer engen Vertrauten Choi Soon Sil. Choi, die in demselben Gefängnis wie Park in Haft sitzt, soll ihre Beziehungen zur Präsidentin ausgenutzt haben, um Millionenspenden von Firmen für Stiftungen einzutreiben und sich persönlich zu bereichern.

Park wird dabei vorgeworfen, Unternehmen wie Hyundai und Posco unter Druck gesetzt zu haben, Aufträge an Firmen oder Personen zu vergeben, die wiederum mit Choi in Verbindung stehen. Auch der Samsung-Konzern ist in die Affäre verwickelt, weil zwei Manager Chois Tochter begünstigt haben sollen.

Ausserdem muss sich Park dafür verantworten, ihrer Freundin eine Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, darunter die Ernennung von Diplomaten und Regierungsvertretern. Park wies mehrfach jedes Fehlverhalten zurück und warf ihrer Vertrauten vor, ihre Freundschaft ausgenutzt zu haben. Park hatte 2012 als erste Frau das Präsidentenamt in Südkorea übernommen.

(SDA)