Sulzer leidet weiter unter schwachem Öl- und Gasmarkt

Der Industriekonzern Sulzer hat bei den Bestellungen auch im dritten Quartal nicht das Niveau des Vorjahresquartals erreicht. Gegenüber den Vorquartalen fällt der Rückgang jedoch geringer aus. Der bisherige Ausblick für das Gesamtjahr wird bestätigt.
20.10.2016 09:45

Im dritten Quartal verringerte sich der Auftragseingang gegenüber der Vorjahresperiode währungsbereinigt um 4,9 Prozent, wie Sulzer am Donnerstag mitteilte. Damit hat sich der Rückgang gegenüber den Vorquartalen verringert. Im zweiten Quartal reduzierte sich der Bestellungseingang währungsbereinigt um 5,1 Prozent, im ersten Quartal um 13,1 Prozent.

Entsprechend hat sich das Minus beim Auftragseingang seit Jahresbeginn weiter reduziert. Im Halbjahr betrug der Rückgang währungsbereinigt noch 9,1 Prozent. Nach neun Monaten beläuft er sich auf minus 7,9 Prozent.

Die leichte Verbesserung begründet Sulzer mit der angestiegenen Nachfrage aus dem Energiemarkt. Dank der Übernahme der deutschen Applikatoren-Herstellerin Geka haben sich auch die Aufträge aus dem Bereich allgemeine Industrie leicht erhöht. Im Öl- und Gasmarkt dagegen meldet Sulzer weiter rückläufige Bestellungen. Das anspruchsvolle Umfeld im Öl- und Gasmarkt halte an und das Preisniveau sinke weiterhin, heisst es in der Mitteilung.

Mit einem währungsbereinigten Minus von 9,6 Prozent für die ersten neun Monate fällt denn auch der Bestellungseingang im Segment Pumpen besonders hoch aus. Chemtech verzeichnete in dieser Periode ein Minus von 7,9 Prozent, der Bestellungseingang im Servicegeschäft reduzierte sich um 4,1 Prozent.

Regional betrachtet stellt Sulzer eine weiterhin eine gute Nachfrage aus China fest. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hätten alle Divisionen im dritten Quartal in China ein Wachstum verzeichnet. In den Regionen Europa, Naher Osten, Afrika sowie Nord-, Mittel- und Südamerika dagegen seien aufgrund der schwachen Nachfrage aus der Öl- und Gasindustrie die Bestellungen rückläufig gewesen, schreibt das Unternehmen.

Den Entscheid der erdölexportierenden Länder, die Fördermenge leicht zu drosseln, sieht Sulzer jedoch als Anzeichen für eine Erholung in diesen Märkten. "Damit zeigt sich etwas Licht am Ende des Tunnels", sagte Sulzer-Finanzchef Thomas Dittrich an einer Telefonkonferenz am Donnerstag. Einen unmittelbar positiven Effekt auf die Bestellungen erwartet er jedoch nicht. Eine höherer Erdölpreis führe nämlich frühestens in neun Monaten zu höheren Investitionen, sagte er.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2016 bestätigt Sulzer die bisherigen Prognosen. Demnach soll der Bestellungseingang währungsbereinigt um rund 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen. Beim Umsatz erwartet der Industriekonzern ein Minus von 5 bis 10 Prozent.

(SDA)