Swatch-Chef Nick Hayek stellt sich klar gegen das Rahmenabkommen

Die Schweiz wolle und müsse Agreements mit ihren Partnern abschliessen, aber sie dürfe sich nicht erpressen lassen. Aus diesem Grunde ist Swatch-Chef Nick Hayek dezidiert gegen das Rahmenabkommen mit der EU.
16.03.2019 19:01

Dies erklärte der CEO des grössten industriellen Arbeitgebers der Schweiz am Samstag in der "Samstagsrundschau" von Radio SRF. Sobald die Schweiz auf ihre Eigenheiten poche, die ihre Stärken seien, setze die EU Druck auf, wie etwa mit dem Entzug der Börsenäquivalenz.

"Das ist doch nicht akzeptabel. Wir dürfen uns nicht erpressen lassen", führte Hayek aus. Die Schweiz neige zu stark dazu, sich defensiv zu verhalten. "Schauen wir doch einmal, was passiert."

Aus seiner Sicht ist das Rahmenabkommen wichtiger für Europa als für die Schweiz, auch wenn ständig damit argumentiert werde, der Markt in Europa sei viel grösser. Der Markt in Amerika, Japan und China sei auch gross. Schweizerische Produkte würden dort geschätzt.

Hayek würde deshalb den Spiess sogar umdrehen. Nach ihm sollte die Schweiz der EU ein Rahmenabkommen anbieten, wie Europa sich organisieren sollte. Ein zentralistisches Europa, das riesige Probleme habe und in vielen Bereichen "sehr weit im Hintertreffen liegt".

Auf die Frage, weshalb er sich erst jetzt derart dezidiert äussere, meinte Hayek: "Es hat mich niemand gefragt." Es gehe ihm dabei um die Glaubwürdigkeit der Unternehmer, die nun mal keine Politiker seien. Industrielle sollten sich nicht über den politischen Diskurs profilieren und vereinnahmen lassen. Denn Industrielle seien keine Politiker. "Aber wenn man mich fragt, dann gebe ich eine klare Antwort."

(SDA)