Swiss Life mit bestem Halbjahresgewinn seit Finanzkrise

Der Versicherer Swiss Life hat im ersten Halbjahr überraschend viel verdient. Der Reingewinn stieg um gut 1 Prozent auf 500 Millionen Franken. "Das ist das beste Ergebnis seit der Finanzkrise von 2008", sagte Konzernchef Patrick Frost.
11.08.2016 10:13

Damals hatte Konzern unter dem Strich einen einmalig hohen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Franken erzielt. Allerdings war das Ergebnis seinerzeit durch die Verkäufe des niederländischen und des belgischen Versicherungsgeschäfts sowie der Banca del Gottardo in die Höhe getrieben worden, die 1,5 Milliarden Franken in die Kasse gespült hatten.

Im ersten Halbjahr 2016 legte der Betriebsgewinn um 5 Prozent auf 729 Millionen Franken zu. Und dies, obwohl die verbuchten Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen um 8 Prozent auf 10,1 Milliarden Franken schrumpften.

"Die konsequente Ausrichtung auf profitables Wachstum und der Fokus auf den Ausbau des Kommissions- und Gebührengeschäfts zahlten sich auch im ersten Halbjahr 2016 aus", erklärte Patrick Frost im Communiqué. Deshalb sei er über den Prämienrückgang auch nicht allzu sehr besorgt, sagte er in einer Telefonkonferenz.

Priorität habe die Profitabilität und Kapitaleffizienz. Gemäss dieser Strategie fährt die Swiss Life das Geschäft mit der traditionellen Lebensversicherung, das angesichts der tiefen Zinsen immer weniger Ertrag abwirft, zurück und setzt stärker auf die Vermögensverwaltung und das Dienstleistungsgeschäft.

Die Gewinne aus dem Gebühren- und Kommissionsgeschäft kletterten im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf 194 Millionen Franken. Besonders dazu beigetragen hätten die Swiss Life Asset Managers, die unter anderem Vermögen für institutionelle Anleger verwalten, und Swiss Life Select in der Schweiz und Deutschland. Der Versicherungskonzern sei somit in der Diversifikation der Gewinnquellen einen weiteren Schritt vorangekommen, hiess es.

Insgesamt hat die Swiss Life die Erwartungen der Finanzgemeinde übertroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Rückgang des Reingewinns auf 481 Millionen Franken gerechnet. Der Taucher bei den Prämienvolumen war erwartet worden.

Die Bank Vontobel sprach von einem erfreulichen Ergebnis. Alle Einheiten hätten bessere Ergebnisse erzielt als erwartet, kommentierte das Finanzinstitut Baader Helvea. Analysten lobten zudem den Anstieg des Eigenkapitals um 18 Prozent. Auch die Investoren freuten sich. Die Aktie kletterte bis gegen 10.10 Uhr um 2,4 Prozent, während der Gesamtmarkt SMI um 0,1 Prozent im Plus lag.

(SDA)