Agrarchemiekonzern - Syngenta verbucht vor der Übernahme einen Gewinnrückgang

Der Agrarchemiekonzern Syngenta hat ein Jahr nach dem Übernahmeangebot von ChemChina als nach wie vor eigenständiges Unternehmen einen Gewinnrückgang veröffentlicht. Die Aktie bewegt sich nach dem Börsenstart kaum.
08.02.2017 07:19
Die Übernahme soll im zweiten Quartal in trockenen Tüchern sein.
Die Übernahme soll im zweiten Quartal in trockenen Tüchern sein.
Bild: ZVG

Syngenta hat im Geschäftsjahr 2016 weniger umgesetzt und verdient. Der Umsatz sank in der Berichtsperiode um 5 Prozent auf 12,79 Mrd USD, zu konstanten Wechselkursen hätte er um 2 Prozent abgenommen. Die Absatzmengen nahmen dabei um 4 Prozent ab, während die Verkaufspreise des Agrochemiekonzerns durchschnittlich 2 Prozent höher lagen.

Syngenta blickt nach Angaben vom Mittwoch auf ein weiteres schwieriges Jahr zurück mit anhaltend tiefen Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Man habe eine robuste Performance erreicht, urteilt Syngenta.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA ging um 4 Prozent auf 1,66 Mrd USD zurück, zu konstanten Wechselkursen stieg es um 2 Prozent. Die entsprechende Marge lag mit 20,08 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Der freie Cashflow lag mit 1,4 Mrd USD annähernd so hoch. Der Reingewinn nahm um 12 Prozent auf 1,18 Mrd ab.

Keine Dividende vorgeschlagen

Der Abschluss der ChemChina-Transaktion wird im zweiten Quartal 2017 erwartet, heisst es weiter. Daher habe der Verwaltungsrat beschlossen, dass die Generalversammlung im Juni 2017 stattfinden soll. Man werde daher keinen Vorschlag für eine Dividende vorlegen.

Im letzten Jahr kam es zu einer ordentlichen Ausschüttung von 11 CHF. Darüber hinaus gibt es 5 CHF je Aktie, sollte der Verkauf des Unternehmens an ChemChina reibungslos über die Bühne gehen.

Mit dem vorgelegten Zahlenset hat Syngenta die Erwartungen des Marktes teilweise erreicht. Von AWP befragte Analysten rechneten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 12,83 Mrd, einem EBITDA von 2,60 Mrd und einem Reingewinn von 1,24 Mrd USD gerechnet. Die Dividende hatten die Experten auf durchschnittlich 11,80 CHF je Aktie veranschlagt.

Hinsichtlich der behördlichen Genehmigungen und des Abschlusses der Transaktion mit ChemChina habe man deutliche Fortschritte erzielt, so Syngenta weiter. Bislang lägen die Genehmigungen von 13 Aufsichtsbehörden vor.

Am 13. Januar 2017 habe man nun auch bei der FTC in den USA einen formellen Antrag eingereicht, so Syngenta weiter. Auch dieser habe Vorschläge für Abhilfemassnahmen enthalten. ChemChina und Syngenta hielten an der Transaktion fest und seien zuversichtlich hinsichtlich deren Abschlusses.

Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet Syngenta zu konstanten Wechselkursen einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Bereich. Zudem strebe man eine Verbesserung der EBITDA-Marge und einen "starken" Free Cashflow an.

(AWP/Reuters)