Terrorzelle im historischen Kern von Venedig zerschlagen

Anti-Terror-Einheiten der italienischen Polizei haben eine Terrorzelle zerschlagen. Deren Mitglieder sollen möglicherweise einen Anschlag auf der berühmten Rialto-Brücke in Venedig geplant haben.
30.03.2017 15:28

Die drei Männer seien bei nächtlichen Razzien gefasst worden, teilte die italienische Polizei am Donnerstag mit. Zudem sei ein Minderjähriger in Gewahrsam genommen worden. Bei 12 Hausdurchsuchungen unter anderem im historischen Zentrum der bei Touristen beliebten Lagunenstadt wurde Beweismaterial beschlagnahmt.

Alle Festgenommenen stammten aus dem Kosovo. Sie seien wegen ihrer "religiösen Radikalisierung" ins Visier der Ermittler geraten. Es habe ausreichende Erkenntnisse über ihre Aktivitäten gegeben, um sie festzunehmen.

Staatsanwalt Adelchi D'Ippolito präsentierte laut Nachrichtenagentur Adnkronos am Donnerstag bei einer Pressekonferenz Inhalte von abgehörten Gesprächen zwischen den Terrorverdächtigen. Einer der Verdächtigen sagte demnach, es sei nötig, "eine Bombe auf der Rialto-Brücke zu platzieren", um schnell ins Paradies zu kommen. Sein Komplize habe geantwortet: "Ja, werfen wir eine Bombe und dann: boom, boom". Die Rialto-Brücke ist wie das Kolosseum in Rom und der Schiefe Turm von Pisa ein Wahrzeichen Italiens.

"Es ist dieser besorgniserregende und alarmierende Satz, den wir im Zuge der Abhörmassnahmen aufgedeckt haben", sagte D'Ippolito laut Adnkronos. Ob die Gruppe bereits konkrete Anschlagspläne hatte, wurde nicht bekannt.

Die Überwachung habe aber ergeben, dass sich die Männer radikalisierten und auf kriminelle Taten und Attentate vorbereiteten. In Videos der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hätten sie sich etwa darüber informiert, wie mit einem Messer getötet werden könne.

Die Männer verherrlichten ausserdem die jüngsten Terroranschläge, insbesondere den in London, bei dem vor gut einer Woche fünf Menschen starben und zahlreiche verletzt wurden. Die Ermittlungen gegen die Gruppe waren bereits im vergangenen Jahr eingeleitet worden. "Wir haben jede ihrer Beziehungen, alle ihre Kontakte mit der Aussenwelt kontrolliert", sagte D'Ippolito.

(SDA)