100-Mio-Geschäft - Crowdfunding zieht öfter Profiinvestoren an

Die Geldbeschaffung beim breiten Publikum übers Internet wird in der Schweiz immer beliebter. 2016 kamen beim Crowdfunding über 128 Millionen Franken zusammen, über viermal mehr als noch im Vorjahr.
17.05.2017 11:36
Immer mehr Projekte finanzieren sich über die «Crowd», die Menschenmenge.
Immer mehr Projekte finanzieren sich über die «Crowd», die Menschenmenge.
Bild: iNg

Neben Familien und Freunden weckt die alternative Form der Finanzierung vermehrt das Interesse von Profiinvestoren.

Über 100'000 Personen haben im letzten Jahr in der Schweiz ein Crowdfunding-Projekt unterstützt. Laut dem jüngsten am Mittwoch publizierten Monitoringbericht zum Thema der Hochschule Luzern wurden 128,2 Mio CHF für 3098 Kampagnen vermittelt. Ende April existierten gegen 50 solche Beschaffungsplattformen

Über die Internetseiten wurden für verschiedenste Projekte Geld beschafft. Dazu gehörten beispielsweise Kredite an KMU, aber auch Beteiligungen an einem Start-up, der Miterwerb einer Immobilie oder die Finanzierung einer Musik-CD. Die Geldgeber erhielten je nach Projekt Renditen zurück, eine einmalige Gegenleistung, wurden Mitinhaber oder sahen ihre Zahlung einfach als Spende an.

Ein wesentlicher Grund, warum die Schwarmfinanzierung im letzten Jahr stark an Beliebtheit gewann, war laut Hochschule der gesteigerte Miterwerb von Immobilien im Umfang von 32 Mio CHF. Auch die Finanzierung von KMU-Krediten in der Höhe von total 28 Mio CHF befand sich in starkem Wachstum.

Verdreifachung erwartet

Für 2017 erwarten die Experten ein weiteres Wachstum des Crowdfunding-Marktes auf bis zu 400 Mio CHF. Auch Vereine würden vermehrt das Geldsammeln übers Internet als Finanzquelle etwa für neue Sportgeräte, Hallen- oder Platzrenovationen entdecken.

Bei vielen Projekten handelt es sich bei den Geldgebern um Familie oder Freunde. Gemäss der Hochschule würden aber immer mehr auch professionelle Investoren und grosse Firmen einsteigen.

Bekanntere Unternehmen nutzen Crowdfunding dem Bericht zufolge als digitalen Sponsoring-Kanal und für Marketing-Zwecke. Weiter würden Geldgeber wie Pensionskassen verschiedenen Kredite und Rechnungen finanzieren.

Im weltweiten Vergleich ist das Geldaufkommen beim Crowdfunding in der Schweiz allerdings noch bescheiden. Hierzulande wurden im letzten Jahre im Schnitt 15,50 CHF pro Kopf investiert. Im führenden Crowdfunding-Markt USA dagegen waren es 2015 108,20 CHF. Absolut am meisten Geld kam in China zusammen, nämlich fast 98 Mrd CHF.

(AWP)