Ruhiger Handel - der SMI steigt weiter

Der Schweizer Aktienmarkt hält sich am Dienstagmittag in einem ruhigen Handel weiter klar im Plus. Der Leitindex SMI bewegt sich dabei in einer engen Spanne um die Marke von 8'040 Punkten.
18.10.2016 12:58
Die Anzeigetafel an der Schweizer Börse.
Die Anzeigetafel an der Schweizer Börse.
Bild: ZVG

Nach den starken Verlusten am Vortag sprechen Händler von einer leichten technischen Gegenbewegung. Die Stimmung werde zudem von den wieder etwas erholten Ölpreisen gestützt. Hierzulande enttäuschte Kühne+Nagel mit den Quartalszahlen die Erwartungen.

Die Investoren dürften jedoch weiterhin vorsichtig agieren, so die Einschätzung von Marktteilnehmern. Äusserungen von Fed-Vize Stanley Fischer am Vortag könnten auch als Vorbereitung auf einen kommenden Zinsschritt gewertet werden. Dieser hatte bei einer Rede jedenfalls vor den Gefahren dauerhaft niedriger Leitzinsen gewarnt. Das ungewöhnlich tiefe Zinsniveau könnte zu einer Bedrohung für die Finanzstabilität werden, sagte Fischer. Am Nachmittag werden die Investoren auf die US-Preisentwicklung schauen. Eine anziehende Inflation dürfte die Erwartung für steigende Zinsen befeuern. Die lahmende Preisentwicklung habe das Fed bisher von einer Zinsanhebung abgehalten, heisst es.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 11.50 Uhr 0,42% höher bei 8'034,74 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,59% auf 1'235,92 Zähler, und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,41% auf 8'779,29 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel notieren 24 im Plus, fünf im Minus und einer (Syngenta) unverändert.

Kühne+Nagel unter Druck

Gegen den positiven Markttrend fallen Kühne+Nagel mit einem deutlichen Minus von 3,1% auf. Der Logistiker hat als erstes Unternehmen aus dem SMI/SLI Gewinn-Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Die wichtige Seefracht habe zwar eine gute Volumenentwicklung gesehen, die Margen seien aber unter Druck geblieben, kommentieren Analysten. Die Zahlen lagen unter den Erwartungen. Insbesondere der Rohertrag habe enttäuscht, heisst es.

LafargeHolcim als stärkster Blue Chip hat das Plus auf 2,1% nochmals ausgeweitet, während andere Zykliker wie Geberit (+1,0%) Adecco (+0,5%) oder ABB (+0,4%) weniger stark zulegen als im frühen Handel.

Die Aktien des Lift- und Fahrtreppenbauers Schindler (+1,8%) werden von einer Studie von Barclays gestützt. Positiv wird die Fähigkeit bewertet, auch in einem weniger vorteilhaften Umfeld die Margen zu verbessern. Zwar sei Schindler auch von der Abkühlung im chinesischen Bau-Markt betroffen, befinde sich aber in einem anderen Produktionszyklus als andere Wettbewerber.

Nach den Turbulenzen der vergangenen Tage liegen auch die Aktien der beiden Grossbanken UBS (+1,%) und Credit Suisse (+1,6%) klar fester. Zuletzt überzeugte am Montag die Bank of America mit überraschend guten Geschäftszahlen, nachdem dies in der Vorwoche bereits JPMorgan und Citigroup getan hatten. Der Hörgeräte-Hersteller Sonova (+0,7%) präsentiert derweil an seinem Investorentag Neuheiten und Weiterentwicklungen bei seinen Hörgeräten und Implantaten.

Die zuletzt deutlicher unter Druck gestandenen Actelion-Aktien (+0,5%) können sich etwas erholen. Das Unternehmen will seine Malaria-Aktivitäten mit dem Wirkstoff ACT-451840 ausbauen. Es würden Gespräche geführt, um einen Partner mit entsprechenden Erfahrungen und Ressourcen zu finden.

Die Schwergewichte Roche (-0,1%), Novartis und Nestlé (je +0,3%) notieren derweil uneinheitlich unter dem Marktschnitt. Bei der Novartis-Tochter Alcon wertet die ZKB die Lancierung eines Micro-Stents zur Behandlung von grünem Star als ein Zeichen für einen Turnaround im Bereich Surgical. Auf den Aktienkurs habe dies jedoch kaum Einfluss.

Die SGS-Aktien (-1,3%) sind unter Druck, nachdem der Wettbewerber Bureau Veritas seine Guidance für das Gesamtjahr gesenkt hat. Dabei wird insbesondere auf den Abschwung im Schiffsbau und die weiter schwierigen Bedingungen im Öl & Gasmarkt verwiesen.

Im breiten Markt profitieren Schmolz+Bickenbach (+1,6%) wie bereits am Vortag von den Diskussionen innerhalb der EU über Schutzzölle gegen China-Importe. Wisekey (+0,8%) kann nach dem deutlichen Kursanstieg der vergangenen Handelstage nochmals leicht zulegen, die Aktien der SNB (-1,8%) verfolgen demgegenüber weiter den Abwärtstrend.

(AWP)